Elsfleth - Seit der Eröffnung im Jahr 2010 hat das Haus Elsfleth des Schiffahrtsmuseums Unterweser kaum einen solchen Trubel erlebt: Die lange Museumsnacht mit vielen maritimen Informationen und einem bunten Programm zog unzählige Besucher aus der Region in die Räume der ehemaligen Villa Steenken an der Weserstraße.
„Nachts im Museum“ wurden – anders als im Film – die Exponate zwar nicht lebendig, aber eine große Helfercrew sorgte sich engagiert um das Wohl der Besucher; Erläuterungen und Informationen gab es inklusive. Zur Eröffnung stimmte der Elsflether Visurgen-Shanty-Chor die Gäste ein. In ihrer Begrüßungsansprache wies die Leiterin des Schiffahrtsmuseums, Dr. Christine Keitsch, auf die großen und kleinen Kostbarkeiten des Hauses Elsfleth hin. Besonders froh war Dr. Keitsch, zur Vorstellung des „jüngsten Kindes“ im Museum, der historischen Sekundenpendeluhr aus dem 19. Jahrhundert von Theodor Knoblich, Ihno Fleßner begrüßen zu können. Der Rasteder Uhrmachermeister ist ein ausgewiesener Kenner historischer Chronometer. Die sogenannte „Knoblich-Uhr“ sei eines der wenigen maritimen Exponate, das aus der alten Seefahrtschule an der Peterstraße übrig geblieben sei, so Dr. Keitsch. Bis vor kurzem befand sich das kostbare Stück im früheren Dekanat an der Weserstraße (die NWZ berichtete).
„Die Elsflether können stolz sein, dass diese Präzisions-Pendeluhr jetzt der Öffentlichkeit zugängig ist“, sagte Ihno Fleßner. Seine Zuhörer erfuhren Details über die Technik der Uhren, die im 19. Jahrhundert fast ausschließlich in Hamburg-Altona gefertigt wurden.
Ausgewiesene Spezialisten für das musikalisch-maritime Genre sind Rudi Kaplan und Patrick Ahlers (Akkordeon). Beide holten mit ihrem Programm aus Shantys, Seemannsliedern, Balladen und Couplets die Besucher an ihre Seite. Auch beim Fachmann für Bootsbau und historische Bootsbauerwerkzeuge, Heinz Janssen, gab es viel Interessantes über den Bau von Holzbooten zu erfahren.
Den Abschluss der informativen Vorträge hatte sich der ehemalige Dekan des Fachbereichs Seefahrt, Dr. Klaus-Jürgen Windeck, vorbehalten. Windeck sprach über die Entwicklung des Hochschulstandortes Elsfleth: 1832 hatte Großherzog Paul Friedrich August von Oldenburg es für „sehr zweckmäßig“ gehalten, in Elsfleth eine Navigationsschule zu errichten. Heute ist der Fachbereich Seefahrt und Logistik die größte maritime Ausbildungsstätte in Deutschland.
