Spohle - Mit allen Sinnen genießen konnten Besucher am Sonntag im Spohler Krug die Veranstaltung „Spinnen to’n tokieken und mitmaken“ des Heimatvereins Conneforde. Wunderschöne Handwerkskunst war zu sehen; zu hören war Georg Mailahn, der den ganzen Nachmittag flotte Musik spielte. Die Tanzgruppe des Heimatvereins sorgte für Bewegung im Saal.
„Wir wollen den Besuchern mit der Vorführung der verschiedenen handwerklichen Arbeiten zeigen, wie man die langen Winterabende kreativ gestalten kann“, sagte Hans-Gerd Wefer, 1. Vorsitzender des Heimatvereins Conneforde. „Natürlich freuen sich die Aussteller, wenn sie ihre Sachen verkaufen können, aber es uns geht auch darum, altes Brauchtum aufrecht zu erhalten“, ergänzte Wefer.
Die Spinnfrauen Agnes Klare, Uschi Heise, Hilde Oltmers und Frieda Pfund sind nur vier von 30 Frauen der Spinnstube des Heimatvereins Rastede, die sich jeden Montag zur Pflege dieser Handwerkskunst treffen. „In einer Viertelstunde schaffen wir im Durchschnitt 30 bis 40 Meter Garn, aus dem dann warme Socken und Pullover gestrickt werden oder auch ein Teppich geknüpft wird“, sagte die Leiterin der Spinngruppe, Uschi Heise.
Irmgard Eggers und Wilfried Röben sind Geschwister und stellten gemeinsam weihnachtliche Holzarbeiten aus. Die zierlichen Tannenbäumchen, die bunten Sterne und der feine Holzschmuck sind aus der zarten Hand der Schwester. Die großen Pilze und die geschnitzten Tannenbäume für die Terrasse oder den Garten hat der Bruder gedrechselt. Adolf Süsens und Horst Thien zeigten, „wie man Honig macht“. Sie sind Mitglied im Imkerverein Rastede/Elsfleth. „Wir haben in diesem Jahr große Sorgen wegen der Varroamilbe, die viele Bienen schädigt“, erzählte Horst Thien.
Besenbinder waren an diesem Sonntag in der Zeit von 13 bis 18 Uhr ebenso am Werk wie Tauedreher und Klöpplerinnen. Taschen und andere Utensilien wurden aus Filz hergestellt. Es wurde auf Porzellan, Seide und auf Leinwand gemalt. Vogel- und Futterhäuschen, Insektenhotels und Binsenstühle wurden angeboten. Kaum ein Handwerk, das nicht vertreten war. Bereits seit rund 30 Jahren wird diese Brauchtumsveranstaltung alle zwei Jahre durchgeführt.
