KREYENBRüCK -
Svenja konnte den Blutkrebs nicht besiegen. In ihrem Sinne werden ihre Kunstwerke gezeigt. Von Susanne Gloger
KREYENBRÜCK - Es war der große Wunsch der kleinen Svenja, ihre selbst gemalten Bilder und gebastelten Figuren auszustellen. Darauf hat die Zehnjährige, bei der im September 2004 Leukämie diagnostiziert wurde, auch in den schlimmsten Zeiten ihrer Krankheit hingearbeitet. Svenja Möhrke, die aus dem Papenburger Raum stammt, hat den Blutkrebs nicht besiegen können. Am 16. August ist sie gestorben. Ihre bunten Bilder und lustigen Figuren werden, wie es sich das tapfere Mädchen gewünscht hat, jetzt im Familientreff der Elterninitiative krebskranker Kinder, Dr.-Schüßler-Straße 16, ausgestellt. Bis Ende Januar sind die rund 20 Exponate zu sehen.Pfarrvikarin Imke Hinrichs von der evangelischen Kirche und der Kunsttherapeut Steffen Hoffmann (die von der Elterninitiative ganz oder zum Teil finanziert werden) haben Svenja auf ihrem Weg begleitet. „Sie war viele Wochen auf der onkologischen Station der Kinderklinik“, erzählt die 31-jährige Seelsorgerin. Gemalt habe Svenja schon immer gerne. Die Idee, ihre Werke auch der Öffentlichkeit zu zeigen, sei eine große Motivation für das Kind gewesen.
Die junge Künstlerin habe viele neue Ideen und einen eigenen Stil entwickelt. „Sie hat zum Beispiel für ihre Bilder die Gipstechnik eingesetzt“, erzählt Hinrichs. Beim Betrachten der Bilder ist sie immer wieder erstaunt: „Diese farbenfrohe Blumenwiese hat Svenja zum Beispiel gemalt, als es ihr ganz schlecht ging.“
Auch für Heike Jantz-Brünig, Geschäftsführerin der Elterninitiative sind die Werke der Zehnjährigen besonders. „Man findet darin viele Symbole. Man kann sie aufgrund der Situation Svenjas oder einfach so interpretieren.“ Nur zu gerne habe die Elterninitiative Svenjas Wunsch nach einer Ausstellung entsprochen. „Sie hat uns einen großen Schatz hinterlassen.“ Heike Jantz-Brünig, die selbst eine Tochter durch den Krebs verloren hat, findet es wichtig, mit dieser Schau an die Verstorbene zu erinnern. „Bei Verlust eines Kindes ist es viel schlimmer, wenn man nicht mehr von ihm spricht. Trauer ist Erinnern.“
Die Eröffnung der Ausstellung wurde zu einem Erinnerungstag für Svenja. Die Zehnjährige hatte auch die Vernissage genau geplant. Hinrichs: „Wir haben uns an alle ihre Anweisungen gehalten und ihr selbst formulierte Eröffnungsrede vorgelesen.“
Besucht werden kann die Ausstellung dienstags und freitags am Vormittag sowie montags von 16 bis 18 Uhr.
„Sie hat uns
einen
großen Schatz hinterlassen“
H. Jantz-Brünig
