Kreyenbrück - Die eigentliche Aktion liegt schon drei Jahre zurück: Wie berichtet, brachten im Frühjahr 2011 das Jugendtheater Rollentausch und die Theater-AG der Hauptschule Kreyenbrück in einer Kooperation das Theaterstück „Global total – die Welt in meinen Händen“ auf die Bühne. Darin ging es um den Werdegang unserer Konsumprodukte und die Arbeitsbedingungen in den Herkunftsländern. Insbesondere Kinderarbeit in der Textilindustrie wurde thematisiert. Parallel dazu beschäftigte sich die Wanderausstellung „Recycling Kunst“, erstellt von Schülern der damals 8. und 9. Klassen der Hauptschule Kreyenbrück, mit den gleichen Inhalten.
Sowohl das Theaterstück als auch die Ausstellung erhielten nun in ihrer Kategorie jeweils den bundesweit ersten Preis (je 1000 Euro) innerhalb des Projektes „Fair Childhood“, vergeben von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Deren Bezirksvorsitzender Stefan Störmer übergab die Urkunden in der Hauptschule Kreyenbrück an die Schauspielerinnen und Schauspieler, Rollentausch-Leiter Jörg Kowollik vom Verein Jugendkulturarbeit, den musikalischen Leiter Christian Jakober sowie die Leiterin der Kunst-AG, Marianne Garbe vom Blauschimmel Atelier.
„Ich habe die Aufführung leider nicht live sehen können, aber selbst die DVD-Aufzeichnung hat mich schwer beeindruckt“, sagte Störmer. „So ein komplexes Thema muss man erst einmal verarbeiten, damit die Botschaft beim Publikum ankommt. Ihr habt klar gemacht, dass es meist nicht sinnvoll ist, immer das billigste zu kaufen.“ Aber es sei eben auch vermittelt worden, dass viele Familien sich fair gehandelte Produkte einfach nicht leisten könnten.
„Als ich davon gehört hatte, bin ich sofort durch die Klassen gegangen und habe den Schülerinnen und Schülern mitgeteilt, dass sie die Preise gewonnen hatten“, sagte Schulleiter Axel Vensler. „Es gab donnernden Beifall, der Stolz stand allen im Gesicht. Und ihr könnt mit Recht stolz auf euch sein, wir sind es auch.“
Die beiden Projekte werden zusätzlich noch vor richtig großem Publikum ausgezeichnet, nämlich an diesem Freitag auf der Bildungsmesse „didacta“ in Stuttgart. Allerdings wird keiner der Verantwortlichen oder der Teilnehmer die Preise persönlich entgegennehmen können. Darum schicken sie eine Videobotschaft, die zur Preisverleihung dem Publikum vorgeführt werden soll.
