Edewecht - Freunde der Fernsehkrimireihe „Wilsberg“ kamen am Freitag auf ihre Kosten. In der Aula der Außenstelle des Gymnasiums Bad Zwischenahn-Edewecht in Edewecht traten Hauptdarsteller Leonard Lansink und der Autor Jürgen Kehler auf.

Seit mehr als 20 Jahren werden im ZDF die Folgen um den unorthodoxen Privatdetektiv Wilsberg ausgestrahlt, der 50. Fall erst vor wenigen Wochen. Im Laufe der Jahre entwickelte sich eine große Anhängerschaft. So war es für die Leiterin des Kulturbüros der Gemeinde Edewecht, Kerstin Borm, auch nicht verwunderlich, dass die Aula fast komplett gefüllt war.

„Heute Abend haben wir viele Besucher von außerhalb, die Lansink einmal live erleben wollen“, zeigte sich Kerstin Borm sehr zufrieden. Das Kulturbüro Edewecht hatte in Kooperation mit dem Veranstaltungsforum Edewecht zu der Lesung eingeladen.

Den vielen Zuhörern wurde von den beiden Protagonisten einiges geboten. Während Lansink aus dem neuesten Krimi „Ein bisschen Mord muss sein“ einige Passagen präsentierte, trug Kehler selbst verfasste Kurzgeschichten vor, die zum Teil vor schwarzem Humor trieften.

Interessant waren auch die Fragen und Antworten, die den zweiten Teil des Programms bestimmten. So beschrieb Kehler seinen Hauptdarsteller als „doch recht pflegeleicht“, mit dem sich gut zusammenarbeiten lasse. Dass er ihn in seinen Romanen als Antiquariatsbesitzer finanziell ziemlich am unteren Rand hält, sei der kauzigen Persönlichkeit Wilsbergs geschuldet.

Die Zuhörer erfuhren auch einiges über Drehabläufe. So werde gut ein Drittel der Folgen in Münster vor Ort gedreht, der Rest in den Studios in Köln. Letzten Endes sei das auch eine Geldfrage. „Viele der Darsteller leben in Köln. In Münster müssten Hotelzimmer gebucht werden, in Köln kann dieses Geld eingespart und in die Produktion gesteckt werden“, so Lansink.

Mit seiner Rolle identifiziert sich der Schauspieler so sehr, dass er am Freitagabend für mögliche zukünftige Folgen („Ich möchte jetzt schon die Zahl 75 erreichen.“) auch den einen oder anderen Vorschlag hatte, wie seine Rolle noch weiter aussehen könnte. Eines wolle er aber nicht: Sich in irgendeiner Form liieren. „So bleibt er für seine weiblichen Fans noch weiter interessant“, merkte Kehler an.

Fast drei Stunden konnten die Gäste ihren Fernsehliebling genießen, der mit seinem spröden Charme bestens ankam. Sowohl Lansink als auch Kehler ließen es sich nicht nehmen, in der Pause und auch am Ende Bücher zu signieren und sich mit Besuchern fotografieren zu lassen.

Lansink hatte diese Lesung, die von Redakteurin Sabine Schicke moderiert wurde, mit den vielen persönlichen Kontakten zu den Gästen „sehr viel Spaß gemacht. Hier sehen wir das Publikum und setzen uns mit ihm auseinander, was beim Drehen der Filme ja nicht möglich ist. Ich genieße es zu spüren, wie die Leute auf uns reagieren. Das ist das richtige Leben.“