Hude - „Herbert führt hier heute ein Kammerkonzert auf“, fand Herbert Blazejewicz die passenden Worte für die Eröffnung von Herbert Nouwens aktueller Ausstellung „Inside Out“. Passend deshalb, weil die ausgestellten Werke von Nouwen nicht nur ein kleiner Teil seines gesamten Werkes darstellen, sondern im Größenvergleich zu seinen anderen Arbeiten geradezu minimalistisch wirken.

Denn der 60-jährige Groninger funktioniert auch mal einen mehrere Meter hohen Schiffsrumpf zu seinem ganz eigenen Kunstwerk um. „Er trennt, sägt, schweißt oder schneidet– er macht einfach wirklich alles selbst“, zeigte sich Blazejewicz von seinem Kollegen begeistert.

Gemeinsam mit Ausstellungsleiter Frank L. Giesen von der „Galerie am Stall“ und dem Künstler Herbert Nouwen persönlich eröffnete Blazejewicz am Ende offiziell die erste Ausstellung des Groninger Künstlers in der Hude Wassermühle. Im Hintergrund spielte die Cellistin Barbara Hoffmann Werke von Johann Sebastian Bach, „denn diese dienen Nouwen oftmals als Inspiration“, weiß Blazejewicz. Dabei interpretiere er die Werke aber nicht mithilfe seiner Kunst, er lasse sich viel mehr von ihr lenken. „Er setzt die Musik nicht in seinen Werken um, sondern nutzt ihre Gestaltungsprinzipien für seine Kunst“, erläuterte der Experte. „Nouwens verwandelt Material in Poesie, macht Musik ohne Ton“, fand Herbert Blazejewicz.

Die Skulpturen aus Holz und Stahl sind dabei nie figürlich, sondern abstrakt und regen zum Nachdenken an. Das konnten rund 30 Besucher der Vernissage am Sonntagmorgen in der Wassermühle im Klosterviertel am eigenen Leib erfahren. Und auch für spätere Besucher gibt es noch die Möglichkeit, sich ein Bild von der außergewöhnlichen Kunst von Herbert Nouwen zu machen. Die 15 ausgestellten Werke sind noch bis zum Sonntag, 15. Februar, in der Huder Wassermühle ausgestellt.