Jeverland - Der Geruch der Farbe hängt noch im ganzen Raum, Unfertiges steht am Rand weiter hinten, auf dem Tisch im Vordergrund liegt ein Bild, an dem offensichtlich gerade gearbeitet wird. Staffelei? Vorsichtiges Rantasten? Das ist nichts für Brigitte Schmitz. Die Schortenser Künstlerin arbeitet geradezu, wenn sie malt. Und das mit ganzem Körpereinsatz.

Wer schon immer einmal mehr über die bildenden Künstler der Region wissen wollte, wer auch gerne mal mit ihnen ins Gespräch kommen würde, der hat dazu eine gute Gelegenheit bei der Aktion „Offene ARTEliers“, die im September zum sechsten Mal stattfindet.

Zahlreiche Künstler der Region sind dabei. Die Aktion „Offene ARTEliers“ entstand in Zusammenarbeit des Freundeskreises Bildender Künstlerinnen und Künstler als Veranstalter und des Bundes Bildender Künstlerinnen und Künstler Oldenburg als Organisator. Die Aktion, an der rund 40 Künstler teilnehmen, findet alle zwei Jahre statt, in diesem Jahr am Sonnabend und Sonntag, 13. und 14. September, in der Stadt Oldenburg, am Wochenende darauf, Sonnabend und Sonntag, 20. und 21. September in der Region.

Unter anderem öffnen Künstler ihre Ateliers in der Zeit von 11 bis 18 Uhr in Roffhausen und in Wilhelmshaven.

Im Atelier von Brigitte Schmitz in Roffhausen stellte die Schortenser Künstlerin jetzt gemeinsam mit Angelika Glaub, Christa Marxfeld-Paluszak, Bernd Nöhre und Dieter Wendel die Aktion vor. Das Öffnen der Ateliers sei eine Form von Öffentlichkeitsarbeit, die ihnen allen sehr wichtig sei, erklären die Maler. Neben der Aktion „Offene ARTEliers“ bieten auch viele Künstler regelmäßig einen Tag an, an dem Besucher willkommen seien, doch das sei oft nicht bekannt.

„Dabei ist es durchaus wichtig, die Umgebung zu kennen, in der die Arbeiten des Künstlers entstehen“, sagt Schmitz. Sie widmet sich der informellen Malerei, einer Form der abstrakten Malerei, bei der vor allem die Farbe entscheidend ist. Derzeit experimentiert sie mit kleineren Formaten.

Für Angelika Glaub, für die zurzeit Impressionen einer Chinareise Anreize für neue Arbeiten sind, ist das offene Atelier eine gute Plattform, um sich in ganz ungezwungener Atmosphäre außerhalb einer Galerie zu begegnen. Man erlebe dabei interessante Gespräche.

Sehr gespannt ist Christa Marxfeld-Paluszak, denn für die Künstlerin ist „Offene ARTEliers“ eine Premiere. Derzeit steht bei ihr Wasserfarbe auf Papier im Vordergrund, häufig entstehen Serien. Dieter Wendel, der in einer Ateliergemeinschaft mit Bernd Nöhre im Wilhelmshavener Ulmenhof arbeitet, verwendet gerne Materialien, die ihm im Baumarkt in die Hände fallen, Gips zum Bespiel oder Beize.

Allen Künstlern gemeinsam ist eins: „Das Experimentieren ist das Schönste“, sagt Christa Marxfeld-Paluszak. Dabei suchen die Künstler keine Materialien, sie finden einfach etwas und schon geht das Kopfkino los: Was könnte wie wo zusammen funktionieren, was müsste mal unbedingt einmal ausprobieren?

Besucher der Aktion „Offenes ARTElier“ können dabei sein und sich solche Experimente auch vor Ort ansehen. Dazu sind die Künstler gerne zu einem Gespräch bereit.