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Porträt Künstler sucht die Nähe des Meeres

Zetel - Uwe Schmalstieg steht vor dem „Tod in Venedig“. An dem mehrere Meter breiten, dreigeteilten Bild arbeitet er seit einem Dreivierteljahr. Es wird noch so manchen Pinselstrich brauchen, bis das Triptychon vollendet ist. Darin setzt sich Schmalstieg mit der gleichnamigen Novelle von Thomas Mann auseinander, in der es ums Altern, um Vergänglichkeit, Tod und Würde geht. Neben Mann sind es insbesondere die philosophischen Ansätze von Hermann Hesse und Goethes „Faust“, die Uwe Schmalstieg in seiner Malerei oft inspirieren.

Neuanfang vor 20 Jahren

Seit elf Jahren lebt er in Schweinebrück, wo er ein Atelier und eine Galerie betreibt. Vor 20 Jahren hat er sein altes Leben hinter sich gelassen und widmet sich ganz der Malerei. Doch bis dahin war es ein weiter Weg. Der begann in Dosenmoor in Schleswig-Holstein, umgeben von Moor, Wäldern und Seen. „Das hat mein Leben und meine Malerei geprägt, ebenso wie die nahe Nord- und Ostsee“, sagt Schmalstieg. Er lernte Dekorateur, Sattler sowie Radio- und Fernsehtechniker, besuchte später die Abendschule und arbeitete viele Jahre in der Konstruktion bei verschiedenen großen Firmen.

Sein Schlüsselerlebnis hatte er als Mittzwanziger in Salzburg, als er einen Maler beobachtete, wie der völlig in sich versunken und nur mit seinem Bild beschäftigt die Festung Hohensalzburg malte. „Danach habe ich angefangen zu zeichnen und zu malen“, erzählt Schmalstieg. Anfang der 90er Jahre, also rund 25 Jahre später, war die Zeit reif, sich nur noch mit Kunst zu beschäftigen. „Ich hatte genug Geld verdient, meine Familie war versorgt, ich gab meinen Beruf auf und nahm professionellen Malunterricht an einer freien Akademie.“ Vier Jahre dauerte die Ausbildung. Daheim in Hattdorf am Harz machte er sich anschließend im Jahr 2000 als freischaffender Künstler selbstständig.

„Als unsere Galerie zu klein wurde, schauten meine Frau und ich uns nach etwas Größerem um“, meint Schmalstieg. Das Ehepaar war sich einig, dass es zurück ans Meer wollte. „Zum Meer habe ich schon als Kind eine tiefe Verbundenheit entwickelt. Es ruft in mir beim Malen die stärksten Gefühle hervor.“ So ist es nicht verwunderlich, dass das Meer immer wieder als Motiv in seinen Bildern auftaucht. „Mein Hang geht zur Landschaftsmalerei. Ich bin ein Romantiker und Ästhet und bewege mich stets auf einem schmalen Grat zwischen Naturalismus und Abstraktion.“

Weltoffene Friesländer

Die Suche nach einem Domizil führte die Schmalstiegs vom Harzrand nach Friesland. „Die Friesländer sind weltoffen und ohne Dünkel“, sagt Schmalstieg. Das Haus in Schweinebrück war mal eine Schankwirtschaft, später ein Café und Restaurant mit Antiquariat. Die Schmalstiegs haben umgebaut und angebaut. Nun wird dort viel gemalt. Denn auch Uwe Schmalstiegs Frau Edeltraut versteht es, mit Pinsel und Farbe umzugehen. Doch ihr Ansatz ist mehr ein pädagogischer, um andere Menschen mit Kunst in Berührung zu bringen.

Als Künstler geht Uwe Schmalstieg zwei Wege. Zum einem malt er Bilder, von denen er überzeugt ist, dass sie sich auch gut verkaufen lassen. „Darunter sind auch Auftragsarbeiten wie Porträts oder große Bilder für einen Supermarkt.“ Zum anderen gibt er sich in seinen Bildern ganz den künstlerischen Gefühlen hin. In beiden Fällen gehört eines dazu, so Schmalstieg: Disziplin.

In jüngster Zeit beschäftigt sich der Zeteler vermehrt auch malerisch mit der Region. Es sind schon mehrere Zeichnungen aus Varel und der Friesischen Wehde entstanden. Gerade hat er eine Kurzgeschichte geschrieben, in der die Weite des Meeres ebenso eine Rolle spielt wie der Tod.

Christoph Koopmeiners Redaktion Cloppenburg
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