Ganderkesee - Nicht selten kommt es vor, dass bei einem musisch veranlagten Menschen die sinnliche Wahrnehmung überdurchschnittlich ausgeprägt ist – der eine besitzt ein absolutes Gehör, der andere fühlt – etwa beim Kochen – die perfekte Konsistenz. Bei Malerin Bärbel Woitas sind es Farben, die sie körperlich spürt. „Wenn etwas nicht stimmig ist, merke ich es“, sagt sie. Wichtig sei, einen farblichen Kontrapunkt zu setzen.
Wie dieser Kontrast zwischen farblicher Harmonie und dem Störfaktor bei Bärbel Woitas am Ende wieder ein harmonisches Ganzes ergibt, das können Besucher am Sonnabend, 22., und Sonntag, 23. September, jeweils von 11 bis 18 Uhr erleben. Dann stellt die Künstlerin im Rahmen der Aktion „Offene ARTEliers“ ihr Atelier in Ganderkesee, Am Südesch 2a, Besuchern vor. Mehr als 70 Künstler aus dem Oldenburger Land tun es ihr gleich.
Bärbel Woitas malt, seit die denken kann. In professionelle Bahnen lenkte sie ihre Kreativität jedoch erst vor etwas mehr als 20 Jahren. Über das Aktzeichnen sei sie seinerzeit zur Malerei gekommen, berichtet die Ganderkeseerin. Eine gute Basis, wie sie findet: „Dabei lernt man das räumliche Zeichnen.“ Es folgte ein dreieinhalbjähriges Fernstudium an der Kunstschule Paris, die in Hamburg ansässig ist. „Eine sehr intensive Zeit“, blickt Bärbel Woitas zurück.
Seit inzwischen 20 Jahren ist die Künstlerin als Dozentin an mehreren Volkshochschulen und privat tätig. Und auch sie selbst hat sich während ständig weitergebildet. Als Wegbereiterin bezeichnet sie die ehemalige Kunst-Dozentin der Uni Oldenburg, Doris Garduhn. Später wurde es der aus bayerische Künstler Johann Nußbächer, der ihre Arbeitsweise nachhaltig beeinflusste. „Er hat mich dazu gebracht zu malen, möglichst ohne nachzudenken“, sagt Bärbel Woitas. Oft habe sie Aufgaben binnen Minuten umsetzen müssen.
Unzählige klein- und großformatige Arbeiten in Acryl, Öl, Eitempera und Aquarell sowie Monotypie sind seither entstanden. Ihre anfangs noch gegenständlichen Bilder seien über die Zeit immer abstrakter geworden, so Bärbel Woitas, die heute dem Berufsverband Bund Bildender Künstlerinnen und Künstler (bbk) angehört.
An den „Offenen ARTEliers“ nimmt Bärbel Woitas bereits zum dritten Mal teil. „Ich habe gerne Kontakt mit Menschen und schätze Gespräche“, sagt sie über ihre Motivation, Haus, Garten und Atelier fremden Menschen zugänglich zu machen. Der Eintritt ist kostenfrei.
