Zum 10. Mal wurde der Borsla-Preis vergeben. Das Hörspiel „Benno“ überzeugte die Jury.
Von Wilfried LeserBösel
– „Mit welcher Leiche hat er das denn wieder fertig gekriegt?“ Das war die erste Frage der Tochter des diesjährigen Borsla-Preisträgers Carl Groth aus Hamburg, als sie von dem Erfolg ihres Vaters erfuhr. Das stellte schmunzelnd der Preisträger nun in seiner Ansprache anlässlich der Preisverleihung fest.Zum 10. Mal hat Borsla – die Vereinigung für niederdeutsche Sprache und Literatur – den mit 2000 Euro dotieren Borsla-Preis verliehen. Entschieden hatten die Jury-Mitglieder Günter Kühn (Oldenburg), Professor Dr. Eberhard Ockel (Vechta), Erhard Brüchert (Bad Zwischenahn), Dr. Hans-Hermann Briese (Norden) und Professor Dr. Hermann Gelhaus (Bösel).
Zur Preisverleihung konnte Vorsitzender Dr. Josef Willer im Heimathaus viele Gäste begrüßen. Mit einigen plattdeutschen Liedern wie „Mien lüttke Lecht“, „De Löwe schlöpp van Nacht“ oder „Dat du min Leevsten bist" sorgte der Kinderchor aus Cloppenburg unter der Leitung von Nikolas Bäumer für die musikalische Umrahmung.
„Es ist schön, dass die Kinder heute dabei sind, damit es weiter geht mit der plattdeutschen Sprache“, meinte Heinrich Siefer, der die Oldenburgische Landschaft vertrat. „Wir freuen uns, dass in Bösel platt gesprochen wird und sogar Preise vergeben werden", sagte die stellvertretende Landrätin Marlies Huckelmann.
Jurymitglied Prof. Dr Hermann Gelhaus stellte den Siegerbeitrag vor und begründete die Entscheidung der Jury. „Carl Groth sind die formellen Problemen des Hörspiels Benno gut gelungen“, so Prof. Gelhaus. Er gebe ihm zunächst eine Rahmenhandlung. Das Thema dann gehe alle an.
Zum Inhalt: Brockmann bekommt mit, wie in der unter ihm liegenden Wohnung seiner Nachbarin eingebrochen wird. Der junge Einbrecher Benno ist durch schlechten Umgang auf die schiefe Bahn geraten. Statt die Polizei zu rufen, will Brockmann ihm einen Denkzettel verpassen. Und so spannt er auf der Treppe ein Seil. Benno stolpert darüber und bricht sich dabei das Genick. Schnell entfernt er das Seil und bei den polizeilichen Ermittlungen wird die Tat nicht aufgedeckt. Doch Brockmann quält die Schuld, er muss nun damit leben.
Auf humorvolle Weise berichtete der CDU-Bundestagsabgeordnete Franz-Josef Holzenkamp in seiner Festrede über sein nun einjähriges Leben als Abgeordneter in Berlin. „Ich bin nun ein Jahr in der Metropole des Landes, habe aber mit Cloppenburg als Metropole im Oldenburger Münsterland gute Erfahrungen", so Holzenkamp. U-Bahn-Fahren habe er lernen müssen und auch das Essen sei da anders: „Versuchen Sie einmal in Berlin Spiegeleier mit weißem Stuten zu bekommen."
Manchmal habe er auch Heimweh, denn oft werde viel und lange unnötig debattiert. Dann denke er an das Oldenburger Münsterland und an die Plattdeutsche Sprache, die für die Heimat etwas Besonderes sei. „Sie ist ein wichtiger Anker für die Menschen", so Holzenkamp. Und im Oldenburger Münsterland werde nicht lange gesnackt, sondern viel getan, so der Bundestagsabgeordnete.
