Öffnungszeiten
Die Ausstellung
ist geöffnet am 29. und 30. November, 6. und 7., 13. und 14. sowie 28. Dezember, jeweils 15 bis 18 Uhr.Der Eintritt
ist frei.Freiwillige Spenden dienen ausschließlich den Raumkosten, der Unterhaltung, Pflege und Neuanschaffung. Ab 2009
ist jeweils am 1. Sonntag im Monat, 15 bis 18 Uhr, geöffnet.Besichtigungen
sind auch nach Vereinbarung möglich; Tel. 0441/ 85750.Zur Eröffnung am 29. November, 15 Uhr, sind alle eingeladen. Im privaten Schreibmaschinen-Museum gibt es viel zu entdecken.
Von Klaus Derke
Ahlhorn Ab Sonnabend, 29. November, hat die Ortschaft Ahlhorn ihr erstes kleines Museum. An diesem Tag öffnen Hannelore und Rudolf Schindelasch ihre Privatsammlung in der Alten Schmiede für die Öffentlichkeit. Die Besucherinnen und Besucher können hier eintauchen in die mehr als 100-jährige Geschichte der Schreibmaschinen.
„Meine erste verrostete, alte Schreibmaschine habe ich vor 30 Jahren erstanden“, berichtet Hannelore Schindelasch. Die staatlich geprüfte Fachlehrerin für Maschinenschreiben, Kurzschrift und Bürotechnik, die sich schon immer für die Entwicklung von der ersten mechanischen Schreibmaschine bis zum modernen PC interessierte, wurde seinerzeit von der Sammelleidenschaft gepackt.
Weit mehr als 300 alte Schreibmaschinen dürften es sein, die sie im Laufe der Jahre vor allen Dingen auf Flohmärkten zusammentrug, wie auch alte Büromöbel, Interessantes zu Stenografie und Blindenschrift oder auch Lehr- und Lernbücher, Kunst und Krempel zu den Themen Büro, Schule und Schreiben.
In ihrem Haus in Oldenburg stapelten sich die Sachen immer mehr. Jetzt, nachdem sie in die Ruhephase der Alterssteilzeit gegangen ist, erfüllte sich die 60-Jährige mit Unterstützung ihres Ehemannes Rudolf (66) ihren Lebenstraum. Sie wollte endlich das Gesammelte der Öffentlichkeit präsentieren. Mehr zufällig landeten die Oldenburger in Ahlhorn und schlossen die Alte Schmiede, die nach dem Auszug der Modelleisenbahner leer stand, in ihr Herz.
Die Räume wurden angemietet und renoviert. Tische, Regale und Vitrinen wurden aufgebaut und viele der alten Schätzchen aus Wohnung, Keller und Dachboden nach Alhorn gebracht. Es ist schon erstaunlich, was da alles zusammengekommen ist. Die Besucher können hier den großen Erfindungsreichtum der Schreibmaschinenbauer früherer Jahre nachvollziehen. Denn Schreibmaschine ist längst nicht gleich Schreibmaschine, wie man sie heute vielleicht noch vor Augen hat. Da wurde Papier früher zum Beispiel mit Nägeln perforiert. Typenhebel schlugen von unten an die Walze, so dass man gar nicht lesen konnte, was man schrieb. Es gab Zeiger-Schreibmaschinen und vieles mehr. Die Tastatur, wie sie heute auch am Computer zu finden ist, wurde 1888 genormt.
Hannelore Schindelasch kann dazu viel erzählen. Gerne führt sie auch Schulklassen oder Seniorengruppen durch die umfangreiche Ausstellung.
Das Ehepaar Schindelasch hofft auf viele Besucher. Ein Teil der Exponate wird auch immer wieder wechseln. Heimische Künstler haben die Möglichkeit, im Museum auszustellen. Aktuell werden „stenografische Porzellandekore“ von Elsa Blaufuß aus Kassel gezeigt. Stenografie ist ebenfalls besondere Leidenschaft von Hannelore Schindelasch. Seit 1995 leitet sie den nordwestdeutschen Stenografenverband, seit 2005 ist sie Präsidentin des Deutschen Stenografenbundes.
