Bürgerfelde/Ovelgönne - Im Handwerksmuseum Ovelgönne ist die Sonderausstellung „100 000 Stiche, Zeitarchiv der weiblichen Handarbeiten“ der Oldenburger Künstlerin Barbara Habermann eröffnet worden. Bürgermeister Christoph Hartz und die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Logemann, begrüßten die Gäste.

Die Oldenburger Textilkünstlerin Barbara Habermann geht gleichermaßen wertschätzend und kritisch mit der Tradition der weiblichen Kunst um. Mit gestickten und gemalten Überarbeitungen kommentiert die Künstlerin auf ihre Weise wertvolle und kuriose Stücke aus verschiedenen Epochen und Kulturkreisen.

Manch Oldenburger erinnert sich vielleicht an die großformatige textile Installation mit dem Titel „Josephs bunter Rock“, die die in Bürgerfelde lebende Künstlerin (seit 1980 ist sie Mitglied im Bund Bildender Künstler/BBK Oldenburg) eigens für den Gemeindesaal der Nikolaikirche in Eversten geschaffen hatte. Ein Jahr lang war das Kunstwerk dort ausgestellt. Es bestand aus einem ganz besonderen Material: aus mehr als 500 Markenetiketten moderner, modischer Bekleidung.

Der textile Dialog zeigt sich auch in der aktuellen Ausstellung im Handwerkermuseum. Hier macht Barbara Habermann ihn durch Handtücher, Bettlaken, Tischdecken und andere Stücke als Teil der weiblichen Kulturgeschichte neu erfahrbar. „Wirklich von Hand hergestellte Stücke sind Luxusgüter“, so Karin Logemann, die auch die Grüße der Oldenburgischen Landschaft überbrachte. Im Dialog mit der Künstlerin ging Museumsleiterin Susanne Schlechter auf ihre Sammlungen von Textilien, das Zeitarchiv und „Textile Dialoge“ ein.

Barbara Habermann, die im Jahr 1938 geboren ist, sagt über ihre Ausstellung: „Es war mir wichtig, das Material, seine Muster und Monogramme möglichst zu erhalten, die Struktur des Gewebes nicht zuzukleistern.“ Unter dem Titel „Augenblick-Ewigkeit“ ergaben sich die Motive dieser Malerei: Ziehende Wolken, Pflanzen und Blumen, die im Augenblick entstehen, erblühen, um schnell wieder zu vergehen. Textile Handarbeiten sind meist unsigniert, manche tragen Monogramme. Es sind kunstvolle Werke, die wie ein „Zeitarchiv“ aus 100 000 Nadelstichen entstehen, um im täglichen Gebrauch wieder zu vergehen.

Die Ausstellung ist bis zum 9. Juli sonntags von 14 bis 18 Uhr zu sehen. Die Künstlerin ist dann vor Ort und freut sich über Gespräche in der Sonderausstellung. Während der Laufzeit bis zum Juli können auch Führungen mit Babara Habermann über das Museum, Tel.  04401/819 55, gebucht werden.

Susanne Gloger
Susanne Gloger Redaktion Oldenburg