Hude - Lob spornt an: „Viele Menschen haben uns gesagt, dass es unglaublich toll ist, was wir für einen Ort der Größe Hudes auf die Beine stellen. Das hat einiges an Ärger wettgemacht“, gestand Dr. Carola Thurow, 1. Vorsitzende des Kulturvereins „Impuls“, ihren Mitgliedern am Donnerstagabend in der Jahreshauptversammlung. Der „Ärger“ – das war im Herbst 2012 die Auseinandersetzung um die künftige Laufzeit des Zuschusses aus der Gemeindekasse. Erst am 18. Dezember erhielt der Verein nach einem knappen Ratsbeschluss die Gewissheit, dass er in den nächsten drei Jahren mit einer Förderung von jeweils 10 000 Euro rechnen kann.

Weil der „Impuls“-Vorstand bei der Programmgestaltung wegen eines großen Theaterprojekts an der Peter-Ustinov-Schule auch schon das Jahr 2014 im Blick hatte, lagen wegen der fehlenden Planungssicherheit Verhandlungen mit Künstlern für 2013 lange auf Eis. „Ich konnte erst im Januar anfangen, Verträge zu machen, die letzten Unterschriften sind in der vorigen Woche eingegangen“, berichte Thurow. So reichte die Zeit zwar nicht mehr aus, um das gewohnte Programmheft drucken zu lassen, der vorerst nur auf eine handliche Postkarte komprimierte Inhalt kann sich dennoch sehen lassen.

Als „roter Faden“ ziehe sich das Thema Liebe durch das vielfältige Programm, erläuterte Thurow. In der Bühnenfassung des Bestseller-Romans „Gut gegen Nordwind“ geht es um eine Internet-Liebschaft, das Vokalquintett Berlin besingt die „Sweet lovers love“. Die Liebe ist auch die große Hauptdarstellerin beim Klostersommer vor der historischen Ruine: Die Bremer Shakespeare Company lebt in dem Stück „Ein Sommernachtstraum“ die Sehnsucht nach Gefühlen aus. Das Ensemble ist für seine Inszenierung mit dem Monica-Bleibtreu-Preis ausgezeichnet worden.

Preisgekrönt und hochkarätig geht es weiter: Am zweiten Abend des Klostersommers gastiert die zweifach mit dem Klassik-Echo dekorierte Gambistin Hille Perl mit dem Ensemble „Los Otros“ in Hude. Und mit Jenny Erpenbeck kommt eine Autorin in den Klosterort*, die mit „Aller Tage Abend“ für den Deutschen Buchpreis 2012 nominiert war.

Ein bisschen abgeguckt haben die „Impuls“-Macher auch: Aus Berlin wurde die Konzertmotto-Idee „Klassisch abhängen“ adaptiert. In Hude heißt das „Klassisch grillen“. Vor dem Konzert des Vokalquintetts Berlin wird an der Klosterschänke Grillwurst kredenzt. Liebe geht eben durch den Magen.

Der rote Liebes-Faden endet im Programm am 9. November, dem Gedenktag zur Reichspogromnacht vor 75 Jahren. Der Kulturverein möchte für ein Konzert in der Holler St. Dionysius-Kirche eine Lichtinstallationskünstlerin und ein Ensemble aus der Nähe von Hannover verpflichten. An den Details wird noch gefeilt.