Augustfehn - Behinderte und nichtbehinderte Menschen in einem Malkursus zusammenzuführen. Das war der Grundgedanke eines Kunstworkshops, das die Bürgerschule Augustfehn in Zusammenarbeit mit dem Atelier Blauschimmel Oldenburg und der Augustfehner Künstlerin Schirin Khorram ins Leben gerufen hatte. Zehn Teilnehmer waren dem Aufruf gefolgt, teilweise sogar mit anfänglicher Skepsis. Eine körperlich behinderte Frau habe erklärt: „Ich kann nicht malen“, erinnert sich Projektbetreuerin Marianne Garbe an den Auftakt. „Aber bei uns gibt es kein richtig und kein falsch. Jeder wird unterstützt nach seinen Möglichkeiten.“
Neuland war dieses ungewöhnliche Projekt auch für Dozentin Schirin Khorram. „Ich wusste nicht, was auf mich zukam. Aber ich wollte immer mal gerne mit Behinderten arbeiten. Es war nicht schwierig, Neugier in Interesse umzuwandeln. Es hat viel Spaß gemacht, wir haben viel gelacht. Und es ist erstaunlich, was dabei herausgekommen ist“, freut sie sich über die Ergebnisse.
Zehn lebensgroße Porträts erzählen von den Vorlieben und Persönlichkeiten der Teilnehmer. Dazu hatten diese zunächst ihre Umrisse gemalt. Später wurde die Leinwand mit Materialien beklebt und mit Farbe komplettiert. Dabei nutzten die Teilnehmer ganz unterschiedliche Themen – vom Kochen über Hunde bis hin zu Fußball. Die bunten, eindrucksvollen Ergebnisse sollen nun ab Sonnabend, 31. Januar, bis 16. Februar in der Eisenhütte ausgestellt werden. Zur Vernissage sind Interessierte um 16 Uhr willkommen. Ergänzt wird die Ausstellung mit weiteren Werken aus dem Blauschimmel-Atelier.
Finanziert wurde das Angebot weitestgehend von der „Aktion Mensch“, die dafür rund 2500 Euro bereitstellt. „Das freut uns sehr“, unterstreicht Yvonne Kölling vom Blauschimmel-Atelier. „Wir sind gerade dabei, im Ammerland ein Netzwerk aufzubauen, das gemeinsame Projekte von behinderten und nichtbehinderten Menschen entwickeln oder unterstützen soll. „Das ist das erste kleine Projekt in diesem neuen Netzwerk.“
Einer der Partner ist der Freizeit- und Kulturkreis Bokel-Augustfehn, der federführend dieses Projekt angeschoben hatte. „Es lohnt sich immer, sich zu engagieren“, betont Vorsitzender Karl-Heinz Matten. Eine offene Tür fanden die Initiatoren auch bei der Evangelisch-lutherischen Kirche, die ihre behindertengerechten Räumlichkeiten zur Verfügung stellte. „Ein Inklusions-Projekt, da engagieren wir uns gern“, betonte Pastor Bernd Göde.
