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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Konzert: Kunterbunter Wanderzirkus mit Musik und Bombast

16.12.2010

BREMEN Preisfrage: Wo befindet man sich, wenn NDR-Moderator Uwe Bahn im goldenen Glitzerjackett auf der Bühne steht, im Rücken das 75-köpfige Sinfonieorchester Il Novecento, das durch eine formidable Rockband und den Chor Fine Fleur verstärkt wird und folgende Anmode-ration bringt: „Das nächste Stück heißt wie eine Döner-Bude ganz hier in der Nähe des Bremer Hauptbahnhofs. Es ist die Ouvertüre zu Carl Maria von Webers Abu Hassan.“

Und wenig später brettert eben jenes Sinfonieorchester unter Leitung von Robert Groslot los, als gäbe es kein Morgen mehr.

Ganz klar: Es ist die Nokia Night Of The Proms, die pünktlich zur Weihnachtszeit wieder am Dienstagabend in der fast ausverkauften Bre-men Arena gastierte. Dieser kunterbunte, bombastisch musikalische Wanderzirkus versteht es wie keine andere Großveranstaltung, eine Me-lange aus Klassik und Pop anzurühren. Leise Zwischentöne sind da fehl am Platz. Was zählt, ist die große Geste.

Das weiß auch Sir Cliff Ri-chard, der Stargast in diesem musikalischen Kessel Buntes, der nach knapp zweieinhalb Stunden erschreckend kurzweiliger Bombast-Show die Bühne entert. Deshalb legt der geschmeidig tanzende 70-Jährige, sekundiert vom Orchester, gleich los: „Rote Lippen soll man küssen“, „Devil Woman“ und natürlich „We Don’t Talk Anymore“. Das sitzt! Was man von seiner uncharismatischen Version des Sinatra-Klassikers „Under My Skin“ nicht unbedingt behaupten konnte.

Apropos Charisma: Das verströmte Boy George im Über­maß! Am weißen Flügel lehnend, mit grünem Glitzer-Lidschatten und typischem Boy-George-Hut kommt er aus der Bühnenmitte emporgefahren, intoniert „Victims“. Und man merkt seiner Stim-me an, dass er in den vergangenen drei Dekaden nicht nur die Sonnenseiten des Lebens ausgekostet hat.

Brüchig und fast schon düster intoniert er, nachdem er auf Deutsch orakelte „Die Vergangenheit ist vorbei“ – „Do You Really Want To Hurt Me“. Als er im zweiten Teil der Show Elvis Presleys „You Are Always On My Mind“ anstimmte, ließ er sogar die müde Funk-Darbietung von Kid Creole, den leicht gelangweilt erscheinenden „Mr. Music“ John Miles und den seltsam seifigen, esoterischen Ethno-Kitsch von Lichtmond vergessen.

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