Schortens - Omas alter fransiger Lampenschirm steckt auf einem Besenstiel als Gartenbeleuchtung in der Hecke. Wild zusammengesuchte und vorerst vom Sperrmüll gerettete Möbel bilden ein Freiluft-Wohnzimmer vor der Alten Brauerei. Gegenüber auf der Wiese vor dem „Pferdestall“ entsteht aus unendlich vielen Metern elastischer Fäden Frieslands größte Hängematte. Ein himmelblauer alter Bus aus Holland fungiert als mobiles Fotostudio. Gegenüber entsteht aus Holzpaletten und Nägeln ein Hüttendorf. Eltern und Kinder hämmern und sägen hier gemeinsam. Hinter der „Alten Brauerei“ wird auf der Bühne gerockt, oben im großen Saal sieht es aus wie in Kuriositätenkabinett und Kunstgalerie. Bilder, Grafiken und Designobjekte sind hier zu sehen und Kunstgewerbe wird angeboten.
Aber wo sind die Menschen? Wo sind die Besucher, die sich all diese wunderbaren Dinge ansehen? „Ach, wir sind eigentlich ganz zufrieden für das erste Mal“, sagt Sandra Schollmeier-Ott vom Jugend- und Familienzentrum „Pferdestall“. Am weitgehend verregneten Sonnabend blieben die Jugendlichen und ihre kunterbunte Kuriositätenkunst weitgehend unbeachtet, am sonnigen Sonntag wurde es dann ein wenig lebendiger. Dennoch: Als Beitrag zum 1. Schortenser Klinkerzauber blieb das Aktionsdorf leider nur eine Randnotiz. Es hätte viel mehr Aufmerksamkeit der Besucher verdient gehabt.
Mit etlichen Aktionen, Installationen und Kreativität haben sich rund 30 Jugendliche in die neue Veranstaltung „Schortenser Klinkerzauber“ eingebracht. Sie haben fast ein halbes Jahr lang Ideen entwickelt, Materialien und Mobiliar organisiert und das Areal rund um „Pferdestall“ und „Alte Brauerei“ in eine kunterbunte Welt verwandelt, in der es viel zu entdecken und mitzumachen gab.
Die Jugendlichen selbst waren ganz zufrieden, wie es gelaufen ist, sagt Annemarie Rasche, die im „Kulturschock(t) Dorf“-Projekt gemeinsam mit ihrem Bruder Felix die organisatorischen Fäden in den Händen hielt. Auch viele Erwachsene haben die Jugendlichen unterstützt.
Laut Schollmeier-Ott könnte die fehlende direkte Verbindung zum eigentlichen Geschehen im Ortskern das Problem gewesen sein. Da müsse man sich für das nächste Mal was überlegen. Insgesamt jedoch seien das Konzept „Klinkerzauber“ und auch das Aktionsdorf der Jugendlichen sehr gut angekommen. Nun hoffen alle Beteiligten auf eine Neuauflage und Steigerung 2015.
