Cloppenburg - „Hinter dem Horizont – Bäuerlich-bürgerliche Eliten in den friesischen Marschen und den angrenzenden Geestgebieten“ lautet der Titel einer Ausstellung, die derzeit im Museumsdorf Cloppenburg besichtigt werden kann. Parallel zur Schau wurde ein Begleitband mit allerlei Hintergrundwissen zu den gezeigten Exponaten aufgelegt, dem nun eine zweite wissenschaftliche Ausarbeitung folgt. Ein Buch, das Museumsdorfchef Professor Dr. Uwe Meiners, Professor Dr. Gerd Steinwascher vom Landesarchiv-Staatsarchiv Oldenburg sowie die Wissenschaftler Dr. Lutz Volmer und Frank Schmekel am Donnerstag vorstellten.
Konsumverhalten
Das Werk widmet sich in zahlreichen Beiträgen verschiedener Historiker den bislang fast völlig ausgeblendeten Fragen nach der Verflechtung ländlicher Regionen mit europäischen Märkten. Darüber hinaus werden das Konsumverhalten, das Phänomen der Globalisierung sowie die Bedeutung von Bildung und Amtsausübung für die Herausbildung abgegrenzter sozialer Gruppen in der ländlichen Gesellschaft des 17. bis 19. Jahrhunderts beleuchtet.
Die neue Publikation, die Ausstellungen (nicht nur in Cloppenburg, sondern auch im Schlossmuseum Jever sind Exponate zu sehen) sowie der Begleitband sind Teile eines von der Volkswagenstiftung mit 400 000 Euro geförderten Forschungs- und Ausstellungsprojekts. An diesem arbeiteten das Museumsdorf Cloppenburg, das Schlossmuseum Jever, das Staatsarchiv Oldenburg sowie die Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg/Institut für Geschichte gemeinsam.
Dokumentation
Im Mittelpunkt des Projekts standen die Erforschung, Dokumentation und Präsentation des Bestandes an Sach- und Schriftkultur von etwa 1650 bis 1850. Die Ausstellung zeigt unter anderem auf, dass der geistige Horizont der bäuerlich-bürgerlichen Führungsschicht durchaus nicht hinterwäldlerisch, sondern geprägt war durch weitreichende Wirtschaftskontakte und internationale Verflechtungen. Dies spiegeln auch die Inhalte der verschiedenen Buchkapitel wider. Es wird der Handel in Europa, aber auch der Aspekt der Mode zwecks Abgrenzung thematisiert. So finden sich in dem Buch unter anderem Beiträge eines australischen Wissenschaftlers zur Haarmode, aber auch Ausführungen zur Streit- sowie Repräsentationskultur.
Die Ausstellung im Museumsdorf an der Bether Straße bleibt bis 4. Mai bestehen. Begleitband und das neue Buch sind im Museumsshop erhältlich.
