LANDKREIS - Authentische Informationen über die Migration ausländischer Mitbürgerinnen zu erhalten, war der Anlass für sieben Organisatorinnen aus den drei Kirchengemeinden Kirchhatten, Sandkrug und Wardenburg, das Thema während eines gemeinsamen Treffens zu behandeln. Am Sonnabend war deshalb Referentin Renate Pfaffenberger gemeinsam mit zwei betroffenen Frauen – Afsaneh Farahani Panah und Najwa El-Katib – bei einem Frauenfrühstück im Gemeindezentrum Hundsmühlen zu Gast.
Das Frauenfrühstück findet im halbjährlichen Rhythmus abwechselnd in den drei Kirchengemeinden statt. Pfaffenberger ist Autorin des Buches „Willkommen in Deutschland“. In diesem Buch geht sie u.a. der Frage nach, wie sich eigentlich Migranten fühlen, wenn sie nach Deutschland kommen und wie ihre Lebensumstände sind. Najwa El-Katib und Afsaneh Farahani Panah, zwei Freundinnen die in Oldenburg leben und sich beruflich selbstständig gemacht haben, verdeutlichten, wie steinig und am Ende doch erfolgreich der Weg in eine fremde Kultur sein kann.
Pfaffenberger hat als Vorsitzende des Oldenburger Vereins „Wir für uns“ in ihrem Buch 15 Migranten aus unterschiedlichen Ländern zu Wort kommen lassen. Frauen und Männer, die seit Jahren in Deutschland leben, schildern, wie es ihnen ergangen ist. Sie berichten von ihrer Flucht aus Kriegsgebieten und beschreiben ihre Sehnsucht nach Geborgenheit. Die ehemaligen Asylbewerberinnen El-Katib und Panah bilden da keine Ausnahme: Aus ihren Erzählungen während des Frauenfrühstücks wird deutlich, dass ihr Weg alles andere als leicht war. Erst als sie erkennen, dass das Erlernen der deutschen Sprache den Schlüssel zum Erfolg bedeuten kann, geht es sozial aufwärts.
Heute ist Afsaneh Farahani Panah selbstständige Maßschneiderin und besitzt in der Stadt Oldenburg eine Schneiderei. Najwa El-Katib betreibt die Schulcafeteria im Gymnasium Eversten. Zwei Beispiele, die zeigen, wie wichtig Integration ist und welche Chancen sie allen Beteiligten bietet. Mit den Deutschen haben beide Frauen unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Ihr persönlicher Antrieb sei es aber immer gewesen, sich nicht mit dem Status eines Asylbewerbers zufrieden zu geben, betonen sie.
Wo fühlen sich Migranten zu Hause, wo liegt ihre Heimat? „Dort, wo auch meine Familie ist“, sagt Najwa El-Katib. Dennoch gibt es im Alltag immer wieder Irritationen, das Kopftuchtragen ist eine Quelle dafür. „Viele deutsche Frauen haben einfach Angst, da sie nicht wissen, wie sie mit Ausländerinnen umgehen sollen“, meint dazu Afsaneh Farahani Panah.
Den Teilnehmerinnen des Frauenfrühstücks gefielen die Informationen aus erster Hand. „Der Vortrag und die Berichte der beiden Mütter waren sehr interessant. Weil sie aus eigener Erfahrung sprechen“, sagte beispielsweise Andrea Plepsch aus Kirchhatten. Eleonore Schlünz und Eva Wübbenhorst, beide aus Sandkrug, pflichteten ihr bei. „Man sieht, Deutsch zu sprechen, ist bei der Integration die Schlüsselfrage“.
