LANDKREIS/OLDENBURG - LANDKREIS/OLDENBURG/TW - Bis auf den letzten Platz gefüllt war am Freitagabend die Aula des Landkreis-Gymnasiums Graf-Anton-Günther-Schule (GAG) in Oldenburg. Den Besuchern vom kleinen Kind bis zum gesetzten älteren Herrn wurde in den gut zweieinhalb Stunden von der Combo und der Theater-AG der GAG ein grandioses Erlebnis geboten.

Mit Teil I von Johann Wolfgang Goethes „Faust“ wurde dabei kein leichter Stoff auf die Bühne gebracht. Die Geschichte vom Doktor Faust (Sven Clos und Hendrik Schimmler), der sich mit dem Teufel einlässt (in der Rolle des Mephisto: Anne-Catrin Ludwig, Dorette Sengespeik und Simon Dierks) und sich tragisch in Gretchen (Carina Englert) verliebt.

Unterstützt von der Combo bot die Theater-AG jedoch ein spektakuläres Stück dar. Goethes Originaltext – leicht gekürzt und abgewandelt, aber noch immer in Versform – verlangte den Schauspielern viel Konzentration ab. Etliche Texte von Goethe waren eigenständig vertont worden. So wurde aus „Faust“ ein Stück, das mit der Kombination aus „echtem Goethe“ und „neuen Songs“ Jung und Alt begeisterte.

Seit Mitte September hat Frank Richter, Leiter der Theater-AG der GAG, mit den 17 Schülern der 11. bis 13. Klassen das Stück einstudiert. „Ich wollte schon immer Faust spielen, wusste aber, es ist problematisch“, sagte er der NWZ . „Jetzt ist es mein letztes Stück, da ist es nicht mehr ganz so schlimm, wenn es kein Erfolg wird.“ Dass der gesamte Text in Versen geschrieben ist, sei für die Schülerinnen und Schüler „sehr gewöhnungsbedürftig gewesen“, sagte er. „Sie haben es aber gut gemacht. Ich finde es fantastisch, dass sie sich so auf Faust eingelassen haben.“ Mit der Aufführung war er dann auch sehr zufrieden: „Das Risiko hat sich gelohnt“, freute er sich.

Wie unterschiedlich die Motivation der Darsteller auch war: Allen merkte man ihre Freude am Schauspielern und eine erstaunliche Professionalität an. Auch die Beleuchter, die Techniker und die Maske leisteten ganze Arbeit. So wurden die Mitwirkenden nach gut zweieinhalb Stunden mit wohlverdientem minutenlangem Beifall belohnt, bei dem das Publikum schließlich sogar von den Sitzen aufstand.

Noch zwei Mal haben Besucher die Gelegenheit, „Faust - der Tragödie erster Teil“ zu erleben: Am morgigen Dienstag, 20. März, und am Freitag, 23. März, jeweils um 19.30 Uhr in der Aula der GAG an der Schleusenstraße in Oldenburg. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.