LANDKREIS/WILDESHAUSEN - Bei der Frage nach den „besonderen Einsätzen“ muss er lange überlegen: „Der Polizeiberuf ist so abwechslungsreich und interessant. Ich will keine Station missen“, sagt Heinz Schevel. „Bewegende Zeiten“ gehörten dazu – ob als Bereitschaftspolizist bei den Anti-Atom-Protesten in Gorleben oder als Leiter Einsatz bei den Auseinandersetzungen rund um das „Hotel am Stadtpark“ in Delmenhorst. Seit wenigen Tagen ist der 47-jährige Polizeirat Leiter des Polizeikommissariats Wildeshausen und Nachfolger von Günter König-Kruse.

Derzeit stellt sich der gebürtige Bad Bentheimer in den Polizeidienststellen, bei Landrat Frank Eger und den Bürgermeistern vor. Demnächst kommt er mit seinen Führungskräften zur ersten Sitzung zusammen. Die meisten Kolleginnen und Kollegen kennt er ohnehin seit seiner Zeit als Leiter Einsatz bei der Polizeiinspektion in Delmenhorst. „Das Kommissariat in Wildeshausen mit seinen Stationen ist gut aufgestellt“, betont der neue Chef, der allenfalls an einigen Schrauben leicht stellen will.

Er werde das erfolgreiche Konzept zur Verbesserung der Verkehrssicherheit fortsetzen. Auch die seit 2007 verstärkt eingeführten Alkohol- und Drogenkontrollen würden intensiviert. „Jeder Unfall ist einer zu viel“, sagt Schevel, auch unter Hinweis auf jugendliche Raser.

Prävention sei bei ihm Chefsache, betont der neue Kommissariatsleiter. Gleichzeitig ermuntert er, Zivilcourage zu zeigen. Alle seien aufgefordert, in brisanten Situationen einzugreifen. Wertvolle Tipps liefere die Aktion „Tu was“, die auch im Landkreis weiter publik gemacht werden soll. Der „kurze Draht“ zum Bürger ist Schevel wichtig. Daher freue er sich, dass in Wildeshausen mit dem Kontaktbeamten Karl-Heinz Steuer quasi eine „Institution“ erfolgreich installiert worden ist. „Da wird vieles unbürokratisch erledigt.“

Schnee- und Eisglätte machen derzeit auch der Polizei zu schaffen. Die Zahl der Überstunden halte sich aber noch in Grenzen, erzählt er. Ohnehin stellt der neue Chef von rund 150 Beschäftigten der Polizei im Landkreis den Autofahrern ein gutes Zeugnis aus: „Trotz der Witterung bleibt es derzeit meistens bei Blechschäden.“

Mit seinem neuen „Einsatzgebiet“ beschäftigt sich Schevel auf vielfältige Weise: So liest er derzeit ein Buch über Otto Pankok (1893-1966). Der Künstler wirkte Anfang des vergangenen Jahrhunderts in der Künstlerkolonie Dötlingen. Das Otto-Pankok-Museum steht in Bad Bentheim, Schevels alter Heimat.