Immer - Einiges war neu beim Erntefest von Ortslandvolk, Landfrauenverein und Landjugend Ganderkesee – doch die zentrale Tradition blieb gewahrt: Den Auftakt zur Feier im (von den Landfrauen) herbstlich dekorierten Saal des Gasthauses Witte in Immer bildete, begleitet von Christel Schröder am Akkordeon, das Hereintragen der Erntekrone durch Landwirte aus jenem Dorf, in dem die Krone gebunden wurde. Diesmal war das Immer-Bürstel.

Vorbereitet hatte das Fest, an dem rund 200 Gäste teilnahmen, ein neues Organisationsteam bestehend aus Silke Tönjes, Thorben Schwarting, Carsten Strudthoff und Onno Osterloh. Letzterer nutzte die Gelegenheit, vor der Eröffnung des Schnitzelbüfetts auf das Erntejahr zurückzuschauen und einige kritische Worte in Richtung von Politik und Gesellschaft zu richten.

In diesem Jahr habe es für die Getreide- und Maisernte zunächst schlecht ausgesehen, sagte Osterloh „Wir haben die Bestände gut in die Erde bekommen, aber es war zu lange trocken.“, Der Regen im Juni sei gerade noch rechtzeitig gekommen, so dass der Ertrag am Ende durchschnittlich ausgefallen sei.

In einer schwierigen Situation befinden sich laut Osterloh aktuell die Viehhalter – im Gemeindegebiet klar in der Überzahl. Die niedrigen Schweinepreise hätten zur Folge, dass einige Mäster ihre Ställe länger leer stehen ließen, was wiederum die Ferkelerzeuger belaste. Hinzu komme der Einbruch des Milchpreises. „Beide Krisen sind kein Indiz dafür, dass der Markt nicht funktioniert, sondern durch politische Krisen mit Russland sind uns Marktwege kurzfristig weggebrochen.“ Die Milch ströme zurück, was den Preis drücke.

Trotz nicht auskömmlicher Preise und immer höherer Auflagen würden die Landwirte ihre Situation akzeptieren, um „nicht noch weiter diffamiert zu werden“, so Osterloh. „Wir können den Wettbewerbern nicht mehr standhalten, wenn sich politisch nichts ändert.“ Dennoch: „Wir sind uns sicher, dass unsere nachhaltige Wirtschaftsweise Sinn macht.“ Dies wolle man künftig mit mehr Transparenz nach außen tragen.

Karoline Schulz
Karoline Schulz Redaktion Ganderkesee