LANGWARDEN - „Die Skulpturen stehen für eine neugierige Verwirrung und regen an zum Nachdenken und Ausblicken“, sagte Dr. Michael Brandt. Der Geschäftsführer der Oldenburgischen Landschaft betonte die Besonderheit des Skulpturenpfades für die gesamte Küstenregion und das Oldenburger Land. Der Pfad wurde jetzt mit der Einweihung der 15. Skulptur „Der Turnbau zu Babel? – Die Hütte Gottes bei den Menschen!“ in Feldhauserdeich vervollständigt.
„Wir sind von Frank Klimmeck hierhin geleitet worden“, fügte Michael Brandt schmunzelnd an und meinte damit die an dem Tag oft beschworene Hartnäckigkeit des Skulpturenpfad-Initiators Frank Klimmeck, der unermüdlich für seine Vision gekämpft hat.
Dass dies wohl nicht der letzte Baustein gewesen sei, prophezeite der Landtagsabgeordnete Björn Thümler, der vermutete, dass Frank Klimmeck schon das nächste Projekt und die Fortführung des Skulpturenpfades im Hinterkopf habe. „Wir sind hier in der Mitte, nicht am Ende und auf dem Weg zur Offenbarung“, so Thümler. Die Ziegel seien zu babylonischen Zeiten Ausdruck von Forschung und Entwicklung gewesen. Damals wie heute habe der Größenwahn zu einer Zurückstufung geführt, davon gebe es mehrere Beispiele in der Geschichte der Zivilisation.
Von Fremden lernen
Die Skulptur sei ein Monument der Verpflichtung durch ihre Nähe zur Langwarder Kirche, die schon immer als Sehzeichen für Fremde auf dem Meer galt. Auch die heutige Gesellschaft solle offen bleiben und Fremdes nicht abwehren, sondern von Fremden lernen, so Thümler.
Vize-Landrat Horst Kortlang lobte die „Super-Idee“ des Skulpturenpfades. Dass der „Turmbau zu Babel“ nun doch nicht die letzte Skulptur sein werde, erfreute auch Butjadingens Bürgermeister Rolf Blumenberg. „Die Skulpturen passen sehr gut in die Marschenlandschaft. Das ganze Projekt war ein Musterbeispiel von unkomplizierter Zusammenarbeit von Behörden, Institutionen und Personen“, sagte Blumenberg.
Über die Bedeutung und den Zusammenhang von Kultur und Tourismus referierte Christoph Muth, Direktor des Tossenser Sunparks Nordseeküste. Kunst und Kultur seien im modernen Tourismus ein wichtiger Entscheidungsgrund bei der Auswahl des Reisezieles. Die Skulptur an der nördlichsten Spitze Butjadingens habe einen wichtigen Raum für Begegnungen geschaffen und fordere unausweichlich zur Kommunikation auf und das nicht nur für touristische Zwecke. Nicht das Trennende, sondern das Verbindende und das gemeinsame Ziel seien der Ausgangspunkt für den Erfolg auch Butjadingens.
An Vermarktung beteiligen
Die positive Begegnung unter den Stelen eigne sich für Einheimische und Touristen, die neue Sprache solle nicht vermessen sein oder oben hinaus schießen, sondern auf der Basis der Vielfalt den Dialog einfordern. Angesichts der Kunstwerke des Skulpturenpfades sah Christoph Muth alle Personen in kultureller und touristischer Verantwortung in der Pflicht, sich an deren Vermarktung zu beteiligen, um Menschen aus anderen Regionen zu bewegen, Butjadingen zu besuchen.
