Westerscheps - „Wenn man ein solches Gebäude auf seinem Grundstück hat, dann muss man sich auch darum kümmern“, sagt Rolf Kaptein pragmatisch. Mit dem „Gebäude“ ist die historische Windmühle Oltmanns an der Hausmannstraße in Westerscheps gemeint. Seit 1888 steht der Wallholländer dort.

„Die Mühle ist wegen ihres Baustils ein Unikat hier in der Region und darüber hinaus“, berichtet Kaptein beim Rundgang. Und dieses Unikat gilt es zu pflegen. Erst im vergangenen Jahr wurde es saniert. Nun strahlt der Putz in risse­freiem Weiß, Türen und Flügel-Teile sind hübsch grün gestrichen. Einige der Malerarbeiten hat Tochter Marion übernommen.

Seit 1904 ist die Mühle im Besitz der Oltmanns, Rolf Kapteins Frau stammt aus dieser Familie. Einst verdiente man mit dem Wallholländer, heute kostet die denkmal­geschützte Anlage Geld. Rund 12 000 Euro – und viel Zeit und Mühe – wurden allein 2012 investiert. „Wir erhielten Zuschüsse vom Landkreis und von der Gemeinde Edewecht. Auch der Mühlenförderverein gab etwas dazu“, erzählt Kaptein. Froh ist er darüber, dass die Gemeinde die Brand­kassen­gebühren übernimmt. Das gelte auch für die zweite historische Mühle in Westerscheps, die Mühle Kruse.

An Reparaturen wird in den kommenden Jahren einiges auf die Kapteins zukommen. Das hat man jetzt sogar schriftlich von den Experten des Monumentendienstes bekommen. Noch habe er den mehrseitigen Bericht nicht komplett durchgearbeitet, sagt der 62-Jährige. Sicher ist aber: „Das Kappendach hat Leckstellen, auch an den Fenstern und einigen Balken muss etwas gemacht werden“, stellt er nüchtern fest. Klagen ist nicht seins.

Um die laufenden Kosten zu decken, seien die Einnahmen aus dem Mühlentag wichtig, der traditionell am Pfingstmontag bundesweit veranstaltet wird. Schon seit Tagen bereiten Rolf Kaptein, seine Verwandten, Freunde und Nachbarn das Ereignis vor. „Ohne die vielen fleißigen Helfer würden wir das nicht schaffen.“ Das Pensum ist groß: Rasen mähen, Hof fegen, Kuchen backen, Getränke heranschaffen. Ein alter Lagerschuppen neben der Mühle muss in ein Café verwandelt werden. Am Fuße des Walls werden ein Bier- und ein Weinstand aufgebaut. Für die kleinen Besucher soll es ab 10 Uhr auf dem Gelände diverse Spielmöglichkeiten geben. Auch Ponyreiten wird angeboten – auf frisch gestriegelten Tieren, versteht sich.

Kerstin Buttkus
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