Ganderkesee - Lange reden oder gar Überzeugungsarbeit leisten brauchte das Heldengreifkommando nicht: Prinz André II. (Westermann) hörte quasi bereits am Klingeln, wer da zu später Stunde vor der Tür stand und die Prinzessin an seiner Seite, Saskia I. (Hüneke) erblickte die drei Herren und sagte „Ja“ bevor die ihre Frage zu Ende gestellt hatten. Und das obwohl beide einander – was im Ganderkeseer Fasching ja durchaus ungewöhnlich ist – vorher nicht gekannt hatten.

Ein ganz ähnliches Bild bei den Kinderprinzen Malte I. (Tönjes) und Lara I. (Meyer): Während bei ihr der Satz „Ich möchte mal Kinderprinzessin werden“ seit Jahren in jedem Freundebuch-Eintrag steht, machte er dem Greifkommando bereits vor drei Jahren, als Bruder Daniel zum Kinderprinzen gekürt wurde, klar: „Das nächste Mal kommt Ihr zu mir!“ Die beiden Neunjährigen kannten einander bereits – vom Kinderturnen beim TSV Ganderkesee.

Die Ehrendamen Inga Einemann, Kora Lynn Köhler und Viktoria Lübbe haben 2013 gemeinsam an der Oberschule Ganderkesee ihren Abschluss gefeiert, während die Vierte im Bunde – Noëlle Dietrich – mit Kora die Grundschule besuchte und mit Viktoria in der Grünen Garde tanzt. Man kennt einander im Ganderkeseer Fasching.

Zeit für „teambildende Maßnahmen“ hätten die Majestäten und ihr Gefolge ohnehin nicht mehr gehabt – die Session ist kurz. Am 6. Februar 2016 werden die Narren um den Ring ziehen. Und noch eher, am 22. Januar, müssen die Roben fertig sein – dann wird Büttenabend-Premiere gefeiert.

Stichwort „Roben“: Anne Warneken, Hofschneiderin des Kinderprinzenpaars, wird diesmal auch beim Kleid der „großen“ Prinzessin Hand anlegen: Saskia I., von Beruf Produktmanagerin und Modedesignerin, arbeitet seit Langem mit ihr zusammen und wird ihr Kleid mit Anne Warneken gemeinsam gestalten. Die Kleider von Prinz und Ehrendamen hingegen näht Kathrin Walther.

Bei ihren Vorgesetzten haben Prinz und Prinzessin bereits um Verständnis für die faschingsbedingt bevorstehenden „Nebentätigkeiten“ geworben. André II., von Beruf Maschinenbau-Ingenieur, äußerte am Freitag einige Skepsis, dass sein Chef die Tragweite der Nachricht erfasst habe: „Ich habe ihm gesagt: ,Ich werde Prinz’. Seine Antwort lautete nur: ,Ja, mach doch.’“

Karoline Schulz
Karoline Schulz Redaktion Ganderkesee