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NWZonline.de Region

Leidenschaftliches und alternativloses Theater

17.02.2016
Frage: Macht es Ihnen nichts aus, wenn etliche Zuschauer bereits zur Pause schimpfend nach Hause gehen?
Krampe: Natürlich ängstigt mich das. Aber nur aus meinem bürgerlichen Sicherheitsdenken heraus. Ich will ja nicht leichtfertig das Theater leermachen. Aber ganz tief im Herzen müsste es mir eigentlich egal sein, denn es geht ja um die Kunst, das Stück, die Schauspieler und die Inszenierung. Um Angela Merkel zu zitieren: Das ist alternativlos. Wenn man das leidenschaftlich macht und weiß, was man tut, dann darf man nicht an das Publikum denken.
Frage: In der Oldenburger Inszenierung in der Exerzierhalle spielt Nacktheit eine große Rolle – ist das als Provokation gedacht?
Krampe: Nein, bestimmt nicht. Regisseur Martin Laberenz und mir als Dramaturg ist die Nacktheit der Schauspieler gleichgültig. Nur macht die Nacktheit natürlich deutlich, dass sich der Schauspieler nicht versteckt, sondern sich – im übertragenen Sinne – aufreißt und ganz öffnet. Das ist dann auch ein Ergebnis der besonderen Proben des Regisseurs. Aber es ist weder verlangt noch als Effekt gedacht – es passiert einfach in einem Befreiungsakt.
Frage: Die Schauspieler sollen authentisch wirken?
Krampe: Ja, keiner soll sich hinter seiner Figur verstecken. Das soll aus tiefstem Herzen kommen und ernst gemeint sein.
Frage: Der bekannte Regisseur Hansgünther Heyme hat einmal gesagt, Theater sei auch subventionierter Widerstand. .  .
Krampe: Es geht vor allem darum, dass der Schauspieler seinen eigenen Widerstand in sich überwindet, seine Konventionen. Der Schauspieler muss aus seiner Komfortzone kommen, sich selbst zur Disposition stellen. – Mit der Gefahr, dass man auch manchmal nicht weiß, was man als Schauspieler gerade tun soll, dass man schwimmt. Das sind doch die tollsten Momente, die einen im Theater besonders berühren.
Dr. Reinhard Tschapke Redaktionsleitung / Kulturredaktion
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