LEIPZIG - „Filme sehen lernen“ heißt die DVD. Sie dauert über zwei Stunden.

Von Karsten Krogmann

LEIPZIG - Na toll. Da rennen wir jahrelang ins Kino. Finden den einen Film besser, den anderen schlechter. Schreiben das sogar in die Zeitung. Und jetzt kommt da diese DVD daher, die „Filme sehen lernen“ heißt und genau das behauptet: dass wir Filme sehen lernen müssen.

Doch zunächst einmal müssen wir die DVD sehen lernen. Rüdiger Steinmetz, Professor aus Leipzig, erklärt im beiliegenden Büchlein, wie das geht: Oben links auf dem Bildschirm laufen Filmausschnitte, oben rechts steht eine dazugehörige Erklärung, unten links und rechts finden sich Knöpfe zum Hin- und Herspringen zwischen den DVD-Kapiteln. Diese Vierteilung ist praktisch, hat aber einen Nachteil: Wer sich die DVD nicht auf Kinoleinwand anschaut, muss seinem Fernseher ziemlich auf die Pelle rücken.

Klein, aber klar sieht er dann berühmte Filmszenen von Stanley Kubrick, Alfred Hitchcock oder den Brüdern Lumière, die das Kino 1895 erfunden haben. Steinmetz nutzt das Medium Film, um das Medium Film zu erklären: Mit hartem Schnitt (so heißt das laut DVD) springt er vom Jump Cut zum Cross Cutting und zu anderen technischen Tricks der Stars.

„Natürlich“, sagt Steinmetz, der ja Professor ist, „richtet sich diese DVD vor allem an Studenten und Schüler.“ Das erklärt den mitunter etwas akademischen Ton, der Filmfans ohne akademisches Interesse aber nicht verschrecken sollte: „Ich möchte niemandem den Spaß am Kino verderben“, beteuert der Filmprofessor, „ganz im Gegenteil: Wer diese DVD gesehen hat, sieht anschließend vielleicht noch etwas mehr im Kino.“

Also rennen wir weiter ins Kino. Wenn wir jetzt einen Film gut finden, wissen wir nämlich endlich, warum. Zum Beispiel wegen der harten Schnitte.

Die DVD „Filme sehen lernen“ gibt es für 25,90 Euro beim Versandhandel Zweitausendeins:

www.zweitausendeins.de