LEMWERDER - Heike Krey begleitet die Erstellung der Kunstwerke. Die Kirchengemeinde wartet auf Anmeldungen.

von Axel zimmermann

LEMWERDER - Ein umfangreiches Jugendprojekt, in dem sich Christen aus der gesamten Wesermarsch engagieren, wird in den ersten Monaten des neuen Jahres in Szene gesetzt. Unter dem Motto „Aufwachen – jetzt wird geträumt“ sollen sich Jugendliche im Alter von zwölf bis 18 Jahren angesprochen fühlen und möglichst bald ihre Bereitschaft zum Mitmachen im Büro der evangelisch-lutherischen Kirche, Schulstraße 5, kundtun.

Die Jugendlichen sollen, unter der fachlichen Anleitung von Kunstgewerblerin Heike Krey, Tonskulpturen zu Begebenheiten aus der Gemeinde Lemwerders anfertigen. Diese Skulpturen sollen aus sieben Teilen bestehen und eine Größe von etwa 1,8 Meter haben. Die Tonstelen, sie werden wetterfest gebrannt, sollen dann an Orten mit den entsprechenden historischen Zügen aufgestellt werden.

Als mögliche Themen kommen laut den Pastoren Thomas Cziepluch und Peter Mienert zum Beispiel die Schlacht von Altenesch (1234), Walfänger aus Lemwerder, das KZ-Schiff an der Ochtum 1933, der Bombenangriff im Oktober 1943, Flüchtlingslager nach dem Krieg, die Hochwasserkatastrophe 1962 und der Arbeitskampf 1993/1994 in Frage.

Die jungen Künstler können ihren Vorstellungen von der geschichtlichen Begebenheit freien Lauf lassen. „Da ist die Fantasie der Teilnehmer gefragt“, so die Pastoren.

Beginnen soll die Arbeit mit dem Thema „Arbeit und Arbeitskampf“ am Sonnabend, 7. Januar 2006. Eine Woche später, am 14. Januar, folgt dann die Arbeit zum Thema“„Hochwasser und Bombenkrieg“. Am 21. Januar dreht sich alles um „Integration von Menschen aus anderen Ländern und Flüchtlingen in der Gemeinde“. Danach folgt am Sonnabend, 28. Januar, das Thema „Die Bedeutung des Walfangs für Lemwerder“.

An den sieben Passionssonntagen vor Ostern (in der Zeit vom 26. Februar bis 9. AprilI sollen die bis dahin fertiggestellten Stelen an ihren neuen Bestimmungsorten jeweils um 12 Uhr enthüllt werden. Hierbei soll von den Jugendlichen eine kurze Erläuterung zum geschichtlichen Hintergrund gegeben werden. Auch eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens wird zu dem Ereignis Stellung nehmen.

Das Jugendprojekt, das außer in Lemwerder in weiteren acht Gemeinden der Wesermarsch durchgeführt werden soll, wird im Zuge der Gemeinschaftsinitiative „Leader plus“ und „Wesermarsch in Bewegung“ mit Geldern der EU gefördert.

Die Kosten der Aktion in Höhe von rund 70 000 Euro, werden zur Hälfte von der EU und jeweils zu einem Viertel vom Landkreis und von den teilnehmenden Gemeinden getragen. Schirmherr des Projektes ist Landrat Michael Höbrink.