Lemwerder - 50 Euro im Jahr – hierzulande ist das kein Vermögen. In Togo schon. Diese für die meisten Bewohner von Hiheatro unerschwingliche Summe ist notwendig, damit ein Kind des 3000 Einwohner zählenden Dorfes auch nach der sechsten Klasse weiterhin die Schule besuchen kann und so eine Chance hat, der Armut zu entfliehen. Viel hat der Chor Kekeli, der sich seit Jahren für das Heimatdorf von Sangesschwester Yawa Bebefe-Schwingel einsetzt, dort schon bewegen können. Die Patenschaften, die Kindern den Besuch der sechsten bis zehnten Klasse und den dazugehörigen Abschluss ermöglichen, sind das aktuelle Projekt.
Im Rahmen einer fairen Kaffeetafel war der Chor, der engen Kontakt mit dem Eine-Welt-Laden pflegt, nun wieder zu Gast in Lemwerder. Neben allerlei afrikanischem Liedgut hatten die Sängerinnen auch Fotos von ihrem Togo-Besuch im letzten Jahr, jede Menge Informationen und den aufrichtigen Dank der Bewohner von Hiheatro für die riesige Unterstützung aus der Wesermarsch mitgebracht.
Ein Frischwasserprojekt wurde vor elf Jahren als erstes angeschoben. 2013 unterstützte der Chor die Einrichtung einer Krankenstation mit Notfallversorgung. Solarlampen oder eine Schulerstausstattung für 130 Kinder bedürftiger Familien folgten, erfuhren die Gäste im voll besetzten Lemwerderaner Gemeindehaus beim Interview, das Sonja Froese-Brockmann, Pastorin und Leiterin der örtlichen Fairtrade Lenkungsgruppe, mit Sängerin Yawa Bebefe-Schwingel führte.
Mit den Spenden, die dank der persönlichen Beziehungen in das Dorf zu 100 Prozent die Empfänger erreichen, konnte vor fünf Jahren der Bau von 90 Schulbänken bei einem örtlichen Tischler in Auftrag gegeben werden. Das Nähen von 130 Schuluniformen, die für einen Schulbesuch Vorschrift sind, ermöglichte 2016 nicht nur Kindern den Zugang zur Bildung, sondern verschaffte den örtlichen Schneiderinnen ordentlich Arbeit. Große Freude herrscht in dem Dorf über den vom Chor und den Lemwerderaner Spenden finanzierten Kindergarten, der 2017 eingeweiht werden konnte. 65 Kinder, die von zwei ebenfalls finanzierten Erzieherinnen betreut werden, besuchen ihn. Er ermögliche es Müttern, ohne Sorge um ihre Kinder, arbeiten zu können, hieß es in mitgebrachten Dankesbotschaften der Bewohnerinnen.
Ganz besonders groß war die Freude über die 1000 Euro, die Christel Krapp-Heckers zusammen mit dem Eine-Welt-Laden-Team in den letzten Monaten für das Hilfsprojekt erwirtschaften konnte. An neuen Ideen, das Leben in dem afrikanischen Dorf zu erleichtern, mangelt es nicht, wie die Gäste miterleben konnten: ein Moped mit Beiwagen für den Krankentransport oder der Vorrat von drei Portionen Gegengift in einem Kühlschrank gehörten dazu. Denn Schlangenbisse sind in dieser Region keine Seltenheit.
