LEMWERDER - LEMWERDER - Unter einem strahlend blauem Himmel fanden sich am Sonntag trotz eisiger Temperaturen mehr als 20 Zuschauer vor dem ASL-Gelände in der Flughafenstraße ein, wo die dritte von sieben Ton-Stelen mit dem Titel „Arbeitskampf Dasa“ enthüllt wurde. Die Stele ist Teil des von der evangelischen Kirche initiierten Jugendprojektes „Aufwachen – jetzt wird geträumt“. Unter den Zuschauern befand sich auch Lemwerders Bürgermeister Hans-Joachim Beckmann, der den Arbeitskampf 1993/94 als Dasa- Betriebsrat, Mitglied des Aufsichtsrates im Dasa-Konzern und vor allem als Landtagsabgeordneter erlebt hat.

Paul Philipp Lapsien und Jan Bolte vom örtlichen SPD Jugendvorstand hatten sich – künstlerisch unterstützt von Heike Krey – Gedanken zum Thema gemacht und dann sechs Ton-Segmente kreiert. Diese wurden dann in der Begu gebrannt und später zu der Stele zusammengesetzt.

Jan Bolte stellte die Segmente vor: „Das erste Teil trägt das Datum Oktober 1993.“ Zu dieser Zeit wurde die Schließung des Flugzeugwartungswerkes angekündigt.

Die Zahl der zur Disposition gestellten Arbeitsplätze, nämlich 1270, ziert die zweite Tonröhre. Ein Zelt mit aufgestellter Tür ist auf dem dritten Segment zu sehen: Dieses Zelt war für etwa sechs Monate Zufluchtsort für alle Betroffenen, dort wurden Gottesdienste abgehalten, Brote geschmiert, Essen gekocht, Kaffee und Tee ausgeschenkt für die zusätzliche „Nachtschicht“.

Der vierte Abschnitt weist das Datum November 2003 auf – der Zeitpunkt, an dem der Dasa-Nachfolger ASL vom EADS-Konzern übernommen wurde. Segment fünf trägt wieder eine Zahl: 710 Arbeitsplätze gab es bei ASL – heute arbeiten dort noch rund 350 Menschen.

Den Abschluss bilden ein in Ton eingearbeitetes Flugzeug und eine Feuertonne. Letztere stand vor dem Werkstor und wurde zu einem Symbol für Kampf und Durchhaltewillen.

Die Altenescher „Kirchturmkrähen“ begleiteten die Stelen-Enthüllung musikalisch. Die nächste Stele, die sich mit dem Hochwasser 1962 befasst und vom Jugendrotkreuz Lemwerder angefertigt wurde, soll am Sonntag, 19. März, um 11.30 Uhr enthüllt werden. Treffpunkt ist die Industriestraße in Höhe der Bruzzelei.