LEMWERDER - Dass unser Nachbarland Niederlande mehr zu bieten hat als Käse und einen Fußball-„Erzfeind“, stellten am Freitagabend die vier Mitglieder der A-capella-Gruppe „Rock4“ eindrucksvoll mit ihrem Programm „One night at the opera“ unter Beweis. Ihr Konzert ist eine Hommage an die unverkennbare Musik von Freddy Mercury und „Queen“. Das gleichnamige Album aus dem Jahre 1975 ist für viele Fans der Rockgruppe eines ihrer besten.

„Rock4“-Leadsänger Luc Devens begeisterte mit seiner unglaublichen Stimmakrobatik die rund 150 Besucher. Aber nicht minder beeindruckten Peter Weltens, die immer wieder neu variierte „Mundpercussion“ von Bandgründer Luc Nelissen und Just Kalverkamps unglaublich tiefe Bassstimme, der an diesem Abend das erkrankte Bandmitglied Nico Jacobs ersetzte.

Die Künstler aus den Niederlanden haben es nicht nötig, Freddy Mercury stimmlich zu imitieren und ebenso wenig, im kurzen Lackhöschen oder hautengen Catsuit auf der Bühne zu stehen. „Die Leute würden viel zu laut lachen und nichts von unserer Musik hören“, erklärte Peter Weltens das eher klassische Outfit von „Rock4“ mit dunklem Anzug und schlicht gehaltenen schwarzen Hemden und Hosen.

Bevor die vier Sänger nach der Pause die Zuhörer für eine Nacht „mit in die Oper“ nahmen und das komplette Queen-Album präsentierten, interpretierte die Gruppe ihre eigene Varianten verschiedener bekannter und weniger bekannter Queen-Klassiker, die Instrumente überhaupt nicht vermissen ließen – wie beispielsweise bei „It’s a beautiful day“, „Innuendo“, Killerqueen“, „You take my breath away“ oder „Under Pressure“ (bei dem im Original übrigens David Bowie stimmlich unterstützt).

Im zweiten Teil des Abends ging es dann also mit eher gemütlichen Liedern weiter wie etwa „Lazy on a Sunday afternoon“, „Love of my Life“ und einer ganz eigenen Slow-Jazz-Version von „You’re my best friend“.

Einen Rocksong zu zweit, nämlich „Sweet lady“ sangen „Luc the groove“ und „Luc the voice“, der sich im Verlauf des Liedes zu Ausflügen hin zu „Papa was a rolling stone“ und „Jesus Christ Superstar“ hinreißen ließ.

Singen sie es, oder singen sie es nicht, haben sich sicherlich viele im Publikum gefragt. Ja, sie haben es gesungen, das wohl bekannteste Queen-Stück: „Bohemian Rhapsody“ – und das mit ganz viel Gänsehautfaktor.

Gänzlich ohne Mikrofone gab es eine Zugabe, die nicht aus dem Repertoire von „Queen“ stammte: Mit „Hallelujah“ verabschiedeten sich die vier sympathischen und stimmgewaltigen Niederländer vom Lemwerderaner Publikum. Die begeisterten Beifallsstürme vor der Pause und am Ende des Konzerts waren ein sicherer Beleg dafür, dass „Rock4“ in der Begu gern wieder gehört und gesehen wird.