Lemwerder - Einmal dort, wo normalerweise die Autos rollen, zu flanieren, lecker zu essen, Glühwein zu trinken und dabei entspannt den Klängen des Posaunenchors zu lauschen, lockte am Samstag jede Menge Menschen nach Lemwerder. Zum 40. Mal hatte die Werbegemeinschaft mit vielen weihnachtlichen Attraktionen zum Nikolausmarkt eingeladen.
Das Rathaus gehörte den Hobbykünstlern mit ihrem vielfältigen Angebot. Niedliche Babyschühchen, genauso praktische wie schicke Einkaufsbeutel und Getöpfertes gehörten genauso zum Angebot wie Marmeladen, Pralinen, Liköre, Schmuck oder „Zwangsarbeiten“ der Eschhofschüler.
„Wenn die Schüler dem Unterricht nicht mehr folgen können, bekommen sie bei mir ein Stück Holz, an dem sie sich austoben können“, verriet Felicitas Steen augenzwinkernd, was es mit der „Zwangsarbeit“ auf sich hat. Neben diesen äußerst gelungen Werken hatte die Sozialarbeiterin auch selbst gemachte Seifen mit dazu passenden Schalen aus der Kreativ-Werkstatt der Schule im Angebot. Für die hölzernen Engel, die auch bei der Weihnachtswerkstatt am morgigen Dienstag zu sehen sein werden, gibt es sogar schon eine Bestellliste, freute sie sich über die Nachfrage.
Aber nicht nur der Verkauf von Handgemachtem machte den Basar im Rathaus aus. Ebenso wichtig seien die netten Gespräche mit all den Bekannten, genoss Brigitte Ide mit ihren selbstgenähten Unikaten aus allen möglichen ausgedienten Kleidungsstücken das muntere Treiben.
Ordentlich recycelt hatte auch Melanie Wolters. Aus Kerzenresten stellt sie neue Kerzen her, die besonders gut brennen, wie sie beteuerte.
Groß war das Angebot des Kreativ-Teams der Kirche. Aber auch wer auf der Suche nach warmen Socken oder individuellen Geschenkverpackungen war, wurde auf den vielen Tischen fündig. Im Keller des Rathauses lud das DRK zum Beisammensein in seine Teestube ein.
Ein laufender Nussknacker, noch dazu ein riesengroßer, gehörte draußen zu den Hinguckern. Sehr zum Vergnügen aller musste bei ihm – genau wie bei seinen kleinen Brüdern – erst einmal der Hebel auf dem Rücken bedient werden, bevor es eine frisch geknackte Nuss gab.
Das Kinderkarussell zählte neben dem Weihnachtsmann, der natürlich nicht fehlen durfte, für die kleinen Besucher zu den Höhepunkten. Die Jugendfeuerwehr, die auch Getränke und „Rossbratwurst“ anbot, passte nicht nur auf, dass dort alles geregelt zu ging, sondern half auch gerne manuell nach, um für mehr Geschwindigkeit zu sorgen.
Bestens konnten die Besucher bei dem kunterbunten Angebot das nicht besonders weihnachtliche Wetter vergessen. Während die Buden auf der Stedinger Straße ein klein wenig das Nachsehen hatten, herrschte unter dem Adventskranz auf dem Rathausplatz bis in den Abend reges Treiben.
