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Geschichte: Lesemarathon mit Kempowski gegen das Vergessen

18.04.2015

Berlin Mit einem 24-stündigen Lesemarathon von Walter Kempowskis „Das Echolot. Abgesang 45“ erinnert die Niedersächsische Landesvertretung in Berlin am 29. April an die Schrecken des zu Ende gehenden Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren.

Der Ort atmet geradezu Historie. Die Landesvertretung liegt über den noch heute zugänglichen Resten des sogenannten Führerbunkers in den Ministergärten. Der Berliner Senat hat sie jedoch gesperrt. „Man kann Geschichte fast unter den Füßen spüren“, sagt Niedersachsens Bevollmächtigter Michael Rüter im Gespräch mit dieser Zeitung. Kämpfer der Nazi-Zeit fanden auf dem Grundstück den Tod. Auch der Diktator Adolf Hitler.

Das Werk des 2007 gestorbenen Schriftstellers, der von 1980 bis 1991 an der Universität Oldenburg lehrte, bringt das Grauen nochmals nahe. In „Abgesang 45“ werden die hochdramatischen letzten Tage der Nazi-Zeit wie in einem Film lebendig. Leser und Zuhörer werden so zu Augen- und Ohrenzeugen privater und politischer Ereignisse. Fast wie in einem Kaleidoskop hat Kempowski Puzzelsteine der Ereignisse zu einem großen Ganzen zusammengefasst. Man erlebt das unermessliche Leid, dass die Nazis über die Welt brachten und erlebt fast schon hautnah Hitlers letzten Geburtstag am 20. April 1945, der sich im Führerbunker in einer gespenstischen Atmosphäre abspielt.

Mehr als 70 Vorleserinnen und -leser haben bereits zugesagt für Vorträge von 5 bis 15 Minuten. Kempowskis Ehefrau Hildegard, eine aus Ostfriesland stammende Pfarrerstochter, gehört ebenso dazu wie sein Sohn Karl-Friedrich, Hannovers Superintendent Hans-Martin Heinemann, Vertreter von jüdischen und muslimischen Gemeinden, der Direktor des Sprengel-Museums, Reinhard Spieler, NDR-Intendant Lutz Marmor, die früheren niedersächsischen Minister Jürgen Trittin oder Wolfgang Jüttner sowie die amtierende Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic.

Viele Berliner Schauspieler kommen zwischen Proben oder nach dem Ende von Aufführungen vorbei. Rüter öffnet sein Haus für alle Interessierten, hofft auf „zahlreiche Gespräche am Rande“ – und sucht noch Freiwillige.


Infos und Anmeldung für Lese-Freiwillige unter:   www.stk.niedersachsen.de 
Gunars Reichenbachs Chefkorrespondent / Redaktion Hannover
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