Von Gerret von Nordheim
Frage:
Frau Hamel, was verkauft sich diesen Oktober besonders gut?Hamel:Momentan verkaufen wir sehr viele Sachbücher, insbesondere Biographien wie
„Außer Dienst: Eine Bilanz“ von Helmut Schmidt und die Biographie des Rappers Bushido. Die Finanzkrise hat außerdem die Verkaufszahlen von „Der Crash kommt“ von Max Otte noch einmal in die Höhe schnellen lassen – Otte hat die Geschehnisse der letzten Zeit schon vor Monaten vorhergesagt.Frage:
Lesen denn die Leute gar keine Romane mehr?hamel:
Doch natürlich, besonders jetzt zur Buchmesse gibt es viele Neuerscheinungen, für die sich die Leute interessieren. Ich denke da an Uwe Tellkamp, der mit seinem Roman „Der Turm“ den diesjährigen Deutschen Buchpreis gewonnen hat. Zu dieser Jahreszeit sind Fantasy-Bücher natürlich auch immer sehr beliebt.Frage:
Gibt es tatsächlich würdige Harry-Potter-Nachfolger?Hamel:
Aber sicher! Der nächste Teil der Eragon-Reihe erscheint Ende Oktober, letztes Jahr stand „Der goldene Kompass“ in den Regalen.Frage:
Kaufen die Leute heutzutage anders Bücher?Hamel:
Die Leute kaufen viel preisbewusster und gezielter – oft haben sie sich vorab im Internet informiert.Frage:
Verdrängt das Internet den Buchhandel?Hamel:
Ich denke nicht. Wir haben hier in Varel unsere Stammkunden, die wir seit langem kennen – ihnen können wir ganz individuell Bücher empfehlen. Das ist im Internet nicht möglich.Die Frankfurter Buchmesse hat Mittwoch ihre Türen geöffnet. Karin Hamel, Buchhändlerin in Varel, weiß, was hier gelesen wird.
