Hude - Sie war die letzte Herrin auf Hude und Elmeloh der Liebensteiner Linie der Familie von Witzleben: Ilse Elisabeth von Witzleben, geb. Penner, starb im Alter von 100 Jahren am 13. August des vergangenen Jahres in Palo Alto, Kalifornien. Obwohl sie nie in Hude gelebt hat, war sie dem Huder Gut der Familie von Witzleben immer eng verbunden. „Ihre Besuche in Deutschland führten sie immer auch nach Hude“, weiß Gutsbesitzerin Margaretha von Witzleben zu berichten.
Hude eng verbunden
Wunsch von Ilse von Witzleben war es, ihre letzte Ruhe in Deutschland zu finden. Und dieser Wunsch wird ihr erfüllt: An diesem Freitag, 21. April, wird ihre Urne im Grab ihrer Schwiegereltern auf dem Huder Erbbegräbnis beigesetzt. Die Trauerfeier findet ab 13 Uhr in der St. Elisabeth-Kirche statt.
Ilse von Witzleben hat eine bewegte Lebensgeschichte. Sie wurde 1916 in Ostpreußen geboren, wuchs auf einem Rittergut in Oberschlesien auf, zog später mit ihrer Familie ins Rheinland. Sie lernte den Beruf der Fremdsprachkorrespondentin. 1951 schließlich wurde sie Mitarbeiterin des Auswärtigen Amtes in Bonn und erhielt den Auftrag, beim Aufbau des deutschen Konsulates in San Francisco mitzuwirken.
Konsulat mit aufgebaut
In den USA lernte sie den verwitweten Professor Henry D. (Heinz Detlef) von Witzleben kennen, der in den 30er Jahren in die USA emigriert war, weil er sich als angesehener Mediziner nicht in den Dienst der Menschenversuche des Nazi-Regimes stellen wollte und seine damalige Frau jüdischer Abstammung gewesen war.
1957 heirateten Henry und Ilse. Zuletzt war Ilse von Witzleben Manager of Office-Service an der Stanford-University in Palo Alto, an der ihr Mann früher schon zeitweise gelehrt hatte. Henry von Witzleben, Träger des Großen Verdienstkreuzes der Bundesrepublik, starb 1994. Kinder gingen aus dieser Ehe nicht hervor.
Und mit dem Tod von Ilse von Witzleben endete nun die Liebensteiner Linie des uralten Adelsgeschlechts der von Witzlebens, denen seit mehr als 300 Jahren das Gut mit der Klosterruine in Hude gehört.
Kurt Veit v. Witzleben, der 1676 zum Jägermeister und Oberförster in der Grafschaft Oldenburg und zum Drosten der Grafschaft Delmenhorst ernannt wurde, erhielt 1681 vom dänischen König das Gut Hude gegen eine jährliche Erbheuer als adeliges und freies Gut. Kurt Veit v. Witzleben gehörte zur Liebensteiner Linie des fast 1000-jährigen Adelsgeschlechts.
Ihm wurden auch das Vorwerk Delmenhorst, die Schäferei und die Hasberger Korn-, Säge- und Walkmühle gegen eine jährliche Erbheuer übertragen, ist in der Chronik nachzulesen.
Vertreter der Liebensteiner Linie waren „Herren auf Hude und Elmeloh“ bis 1951/1952. Da der letzte Liebensteiner Erbe von Hude, Heinz Detlef von Witzleben, der spätere Ehemann von Ilse von Witzleben, zum Zeitpunkt des Erbfalls kinderlos war und in den USA lebte, verkaufte er das Gut an Hartmann von Witzleben, Kaufmann in Finnland, und Vertreter der Linie Wendelstein.
Später ging das Gut in Hude an seine Tochter Margaretha von Witzleben, die heute gemeinsam mit ihrer Tochter Greta Herrin auf Hude ist.
Das Adelsgeschlecht von Witzleben ist mit seinen vielen Linien über die ganze Welt verteilt zu finden.
