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Kirche Licht im Sedelsberger Pfarrhaus bleibt an

Lea Bernsmann

Sedelsberg - „Das Pfarrhaus hat wieder Licht“, war ein Gefühl, das Nicole Ochs-Schultz vor zwei Jahren in den Herzen ihrer Gemeindemitglieder verankern wollte. Nach langer Zeit der Vakanz besetzte die neue Pastorin wieder eine feste Stelle in der Sedelsberger Trinitatiskirche. Dabei stieß sie auf den Wunsch nach Beständigkeit, nach Vertrauen, nach einer, die bleibt und für die Menschen da ist, erinnert sie sich. „Anfänglich haben sich einige nicht getraut, auf meinen Anrufbeantworter zu sprechen – bis sie gemerkt haben, dass ich zurückrufe, auch wegen vermeintlicher Kleinigkeiten“, erzählt die gebürtige Ostfriesin. So fassten die Sedelsberger Vertrauen zu ihrer neuen Pastorin. „Ich bin da“, versichert sie lächelnd.

Lange Vorbereitung

Dieses Versprechen ändert sich nicht. Die Umstände schon. So sagt Nicole Ochs-Schulz nun: „ich komme wieder“. Denn seit mitte August hat sich die schwangere Theologin offiziell in Elternzeit verabschiedet. Die Monate bis zu ihrer Rückkehr mit einer vorerst halben Stelle, muss die Gemeinde nicht auf eine Vertrauensperson verzichten. Während sich die junge Mutter bis zum Frühjahr voll und ganz um ihren Nachwuchs kümmert, wird sie ihre Kollegin Hiltrud Warntjen vertreten.

Viele Monate im Vorfeld bereits trafen sich die beiden Frauen, telefonierten, tauschten E-Mails. „Wir wollten einen fließenden Übergang schaffen“, erklärt Hiltrud Warntjen, die eine Verfügungsstelle des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Oldenburger Münsterland besetzt und für Fälle wie diesen im ganzen Landkreis eingesetzt wird. „Ich finde es toll, immer neue Erfahrungen zu sammeln – gerade die Herausforderung motiviert mich“, lächelt die 55-Jährige.

Ziel sei es, die Dinge am Laufen zu halten, mit denen Nicole Ochs-Schultz angefangen habe. Keine großen Verändererungen, bewahren, was schon lange Bestand hat, die Intention der Kollegin fortführen, sei der Plan für die kommenden Monate. „Ich will mich hier nicht profilieren“, fasst die gebürtige Wesermärschlerin zusammen.

Der Weg, den Nicole Ochs-Schultz geebnet hat, für die Menschen da zu sein, Wüschen zu verwirklichen, zuzuhören, keine Entscheidungen ohne die Gemeinde zu treffen, ist ein gradliniger, einer, von dem ihre Vertreterin nicht abweichen wird, versichern beide.

„Als ich erfahren habe, wer an meine Stelle treten soll, habe ich gedacht: Alles klar, dann kannst du jetzt beruhigt deine nächsten Schritte gehen“, erzählt Nicole Och-Schultz und blickt lächelnd zu ihrer Kollegin herüber.

Gegenseitiges Vertrauen

„Ich glaube, wir sind ähnlich strukturiert, haben gleiche Arbeitsabläufe und teilen viele Ansichten“, ergänzt Warntjen. Sie selbst würde im übrigen auch jeder Zeit guten Gewissens hilfesuchende Menschen zu der werdenden Mutter schicken, fügt sie hinzu. Sie freue sich auf die Arbeit mit den Kindern, den Konfirmandenunterricht und sei gespannt auf den Seniorenkreis, verrät die Vechtarin. Und dann sagt sie – in einer Mischung aus Humor und Fürsorge – zu der jungen Kollegin: „Zieh dich jetzt mal langsam zurück“.

Das nämlich fällt Nicole Ochs-Schultz schwer, wie sie gesteht. Zu viele laufende Projekte lägen da noch auf ihrem Schreibtisch. Auch nach ihrem vorläufig letzten Gottesdienst.

„Neue“ wird akzeptiert

Sorge, dass sie für die Sedelsberger weiterhin Ansprechpartnerin bleibe, hat Nicole Ochs-Schultz nicht. „Für die Leute im Ort bin ich eben die Pastorin. Sowas ändert sich nicht, selbst wenn ich im Mutterschutz bin“, erklärt sie. „Aber die Gemeindemitglieder wissen, dass ich jetzt nicht mehr im Dienst bin.“ Das Telefon klingle bei ihr nämlich nicht mehr, erklärt die Sedelsbergerin. „Dafür bei mir“, greift ihre Vertreterin den Faden auf und beide lächeln zufrieden.

Das Licht im Pfarrhaus bleibt also an, wie die Pastorinnen betonen.

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