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NWZonline.de Region

Liebeschaos im Zauberwald des Elfenkönigs

29.02.2016

Wilhelmshaven Wer eine klassische Shakespeare-Produktion erwartet hatte, wurde am Sonnabend in der Premiere von „Ein Sommernachtstraum“ der Landesbühne bitter enttäuscht. Regisseur Jan Steinbach hat den Klassiker aus dem Jahr 1595/96 kräftig entstaubt und ihm ein modernes Gewand übergezogen. Wer sich auf dieses Experiment einließ, konnte im Wilhelmshavener Stadttheater eine spannende und witzige Inszenierung erleben.

In William Shakespeares „Sommernachtstraum“ dreht sich alles um die Liebe – und um Besitzdenken, Macht und den eigenen Vorteil. Hermia (Alina Müller) und Lysander (André Lassen) lieben sich, doch Hermias Vater Egeus (Sven Brormann) sieht lieber Demetrius (Till Alexander Lang) an ihrer Seite. Der wiederum wird von der liebestollen Helena (Sarah Horak) unerbittlich verfolgt. Währenddessen geraten der Elfenkönig Oberon (Mathias Kopetzki) und seine Titania (Aida-Ira El-Eslambouly) in Streit.

Das komödiantische Element bilden die Handwerker Peter Squenz (Sven Brormann), Hans Schnock (Emil Schwarz), Franz Flaut (Robin Krakowski) und Klaus Zettel (Metin Turan). Sie studieren zu Ehren der Hochzeit von Athens Herrscher Theseus (Kopetzki) mit der Amazonenkönigin Hippolyta (El-Eslambouly) das Stück „Pyramus und Thisbe“ ein – übrigens die historische Vorlage für Romeo und Julia. Und dann ist da noch der Elf Puck (Emanuel Jessel), der den niedergeschlagenen Oberon mit seinen Liedern aufheitern muss und zudem allerlei Verwirrung unter den Liebenden stiftet. Chaos pur im Zauberwald.

Jan Steinbach baut in seine Inszenierung zahlreiche Verweise auf die heutige Popkultur ein, dazu gibt es deutliche Gesellschaftskritik. Der – eigentlich – schönen Helena wird ständig gesagt, sie sei fett und hässlich; die wiederum inhaliert aus Frust die Sprühsahne wie Asthmaspray.

Die Produktion ist von der durchgehend starken Leistung des Ensembles geprägt. Mathias Kopetzki besticht als arroganter Theseus, aber auch als sensibler Elfenkönig, Aida-Ira El-Eslambouly zeigt ihr Können als geschlagene Amazonenkönigin und als wütende Elfenkönigin Titania. Herrlich böse und herablassend agieren Alina Müller als Hermia, André Lassen als Lysander und Till Alexander Lang als Demetrius. Sarah Horak verleiht der Helena einen wunderbar schüchternen und etwas verschrobenen Charakter. Am besten unterhalten aber die drei Handwerker.


Alle NWZ -Theaterkritiken unter   www.nwzonline.de/premieren 

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