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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Liebeserklärung an den Spaghettiwestern

15.02.2017

Berlin Der einsame Rächer auf seinem Pferd reitet durch die Prärie, kaut Kautabak, guckt grimmig, schießt, reitet weiter. In den 1960er und 70er Jahren schrieb der Spaghetti-Western Filmgeschichte - und diesem sehr speziellen Genre widmet sich nun jemand, der deutsche Musikgeschichte geschrieben hat: Bela B, der Graf.

Der Drummer der inzwischen schon fast legendären Punkband „Die Ärzte“ hat ein neues Album. „bastard“ erscheint an diesem Freitag (17. Februar), und es hat sich nahezu monothematisch dem vor allem von Sergio Leone geprägten Italo-Western verschrieben, einem Genre, das der Horror- und Vampir-Film-Fan Bela besonders liebt. Die Filme „bestechen durch billige Produktionen, floskelige Dialoge, massives Bleipusten-Geballer und zahlreiche Beerdigungen“, wirbt die Plattenfirma. „Ein Schuss. Ein Held. Ein Album.“

Es ist die vierte Platte, die Bela B, der mit bürgerlichem Namen Dirk Felsenheimer heißt, ohne seinen Ärzte-Kompagnon Farin Urlaub auf den Markt bringt (die „beste Band der Welt“ hat derzeit eine kreative Pause eingelegt) nach „Bingo“, „Code B“ und „Bye“ - alles mit B.

Fast alle der elf neuen Lieder, die Titel tragen wie „Der Dreck vom Indian Creek“ oder „Missgeschick und Blei“ sind dem Trash-Genre Spaghettiwestern gewidmet, sie waren ursprünglich als eine Art Hörbuch geplant und genau so klingt es auch.

Dabei hat Bela sich vor allem von dem Film „Sartana - Noch warm und schon Sand drauf“ inspirieren lassen. Der absurde Titel ist Programm, Texte und Musik, die an Ennio Morricones Filmmusiken erinnern, wohl eher Geschmacksache und mit einem sehr eigenen Humor versehen. „Zwischen Ennio Morricone und Calexico küsst das Banjo den China-Gong, während der lonesome Cowboy mit Mundharmonika in den Sonnenuntergang reitet“, fasst die Plattenfirma den eigenwilligen Stil des Albums zusammen.

In „Ode an das Bahnhofskino“ verewigt Bela B seine Liebe zum B-Movie, die er schon in seinen Vampir-Liedern aus der frühen „Ärzte“-Phase zum Ausdruck brachte und gibt ein bisschen an mit seinem Filmwissen. Der begeisterte Kino-Gänger ist schließlich auch selbst Schauspieler.

Erklärter Höhepunkt der Platte ist mit „Zuhaus“ ein höchst politischer Song über Vertreibung, Flucht und Angst. Ein Appell für Menschlichkeit in diesen hasserfüllten Zeiten, der zwar nicht an den legendären „Schrei nach Liebe“ heranreicht, mit denen die „Ärzte“ Anfang der 1990er Jahre gegen den wachsenden Fremdenhass im Land ansangen. Vor zwei Jahren brachte ein Fan-Aufruf das Lied nochmal in die Charts. An die Wirkkraft dieses „Schreis“ kommt „Zuhaus“ zwar nicht heran. Es ist ungleich leiser, aber nicht weniger wichtig.

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