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NWZonline.de Nachrichten Kultur

OPERETTE: Liebeswirren in der Felsenburg

14.11.2005

OLDENBURG Das Werk kommt im Großen Haus recht solide daher. Mehr Tempo und Pep hätten nicht geschadet.

von werner Matthes OLDENBURG - Wenn der Mond über der Felsenburg aufsteigt, das Waisenkind Julia träumend-verliebt, aber vergeblich nach Vetter Roderich Ausschau hält, der vor sieben Jahren nach Batavia („Dingsda“) aufbrach und nun schon ewig, zwecks Heirat, zurückerwartet wird, dann scheint es, man habe es hier mit purer Romantik zu tun. Wenn dann statt Roderich ein ganz Unbekannter erscheint, sich bei Julia nobel einquartiert und das Lied vom „armen Wandergesell“ intoniert, dann hat das immer noch mit Romantik zu tun – aber nicht nur.

Wer nun eigentlich der echte Roderich ist, der dann wirklich noch auftaucht, das beschäftigt das Publikum handfest bis zum spannenden Ende. Auf der Bühne vor allem den Julia-Vormund Onkel Joseph (Jossi) und Tante Wimpel, die sich schmarotzend hier einnisteten und den Vetter August hergelotst haben, auf dass durch dessen Heirat mit Julia das Geld in der Familie bleibe.

Und auch sonst gibt es allerhand Anlass, dass Verwechslung und Verwirrung, Eifersucht und Hoffnung, Streit und gar ein Mordverdacht prächtig gedeihen.

Als ironisch gebrochenes Märchenstück mit leichtem Gegenwarts-Touch verstehen Regisseur Arne Böge und Cordelia Matthes (Bühne und Kostüme) Künnekes Operette „Der Vetter aus Dingsda“, die jetzt im Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters neu herausgebracht wurde.

Da werden ironische Tupfer gesetzt, haben Mini-Performances einen grotesk-satirischen Einschlag. Aber mehr Pep könnte die insgesamt etwas träge Personenregie wohl vertragen. Die „Felsenlandschaft“, gutgemeintes Symbol für die Abgeschlossenheit von Julias enger Welt, hält bei der Öffnung kleine Überraschungen bereit, ist aber dennoch – gewöhnungsbedürftig.

Künneke-Operetten, auf die Weltläufigkeit und das Tempo des tollen Berlins der 20er-Jahre fixiert, haben in ihrer Mischung von Modetanz und großem Opernklang auch musikalisch eigenen Reiz. Unter Jason Weavers Leitung am Pult waltete Sorgfalt eher als Inspiration, und manches wurde einfach zu langsam gesungen.

Die Partien der Julia und ihrer Freundin Hannchen sangen Anja Metzger (Sopran) und Alexia Basile (Mezzo) tonschön und mit gepflegtem Ausdruck. Als idealer Operetten-Tenor, intelligent genug, den Anspruch seiner Partie nicht im Kitsch zu versenken, zeigte sich Thomas W. Kuckler (ein Fremder = Vetter August): dynamisch, klar, voll innerem Volumen und Strahlkraft des Tons. Claus Boysen legte den „Onkel Jossi“ ein wenig geradlinig an, ohne die Komik der Rolle sonderlich zu betonen. Marcia Parks, wandlungsfähig in Stimmklang und Pose, war die Tante Wimpel.

Guido Wachter gab den elegant-flotten echten Roderich (der sich mit Hannchen verbindet, während bei August die Liebe Julias siegt). In kleineren, parodistischen Rollen: Stefan Vitu als linkischer Egon, Werner-Johannes Duczek und Jürgen Meier als Diener. Freundlicher Applaus.

Karten: 0441/2225111

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