• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

Film: Liebevolles Plädoyer für niederdeutsche Sprache

03.03.2015

Oldenburg Was braucht eine Sprache, damit sie lebt und überlebt? Was macht eine Sprache mit den Menschen? Diesen Fragen geht der Dokumentarfilmer Roland Steiner (65) in seinem neuen Film „Dat du mien Leevsten büst?“ nach. Die Premiere fand am Sonntagabend im Rahmen des Plattart-Festivals im proppevollen Cine K in der Oldenburger Kulturetage statt.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der aus Berlin stammende Regisseur mit der niederdeutschen Sprache befasst. Für das Plattart-Festival 2013 produzierte er die filmische Installation „Sprachraum: Niederdeutsch“. Zum Plattart-Festival 2016 soll ein dritter Film folgen, kündigte Steiner an.

Das plattdeutsche Lied „Dat du mien Leevsten büst“ zieht sich wie ein roter Faden durch den Film. Der Kirchenmusiker und Kantor Johannes von Hoff spielt es auf der Orgel in der Lambertikirche, es erklingt im Tango- und Rockrhythmus auf einem Akkordeon, getragen gespielt auf einem Cello und folkloristisch auf einer mittelalterlichen Leier.

Im gemächlichen Tempo schwebt der Film über die norddeutsche Landschaft hinweg. Manchmal taucht er ab, unter Wasser und zu Ausgrabungsarbeiten beim Kloster in Ihlow. Die Aufnahmen von Landschaft und Natur schärfen gleichsam die Sinne für die Gespräche, die Steiner mit Menschen über ihr Verhältnis zur plattdeutschen Sprache führt. Darunter sind Künstler, Musiker, Rechtsanwälte und Lehrer. Nicht alle sind Nordlichter von Geburt, aber alle haben ein Faible fürs Plattdeutsche.

Ein besonderer Sympathieträger ist ein Landwirt aus der Nähe von Cuxhaven. Bedächtig analysiert er den Ist-Zustand der plattdeutschen Sprache in seinem Dorf, sinniert über deren Besonderheiten. Steiner lässt den Protagonisten Zeit und erhält auf diese Weise auch Antworten auf Fragen, die er gar nicht gestellt hat. Wer hätte denn gedacht, dass der Landwirt auch eine lyrische Ader hat?

In allen Gesprächen wird deutlich, dass die Plattsnacker an der Sprache vor allem den großen Spielraum an Ausdrucksmöglichkeiten lieben. Die Sprache ist emotionaler und bildhafter als das Hochdeutsche. Ein Hamburger Manager, der in seiner Freizeit in einer Rock- und Bluesband spielt, verrät im Film sein plattdeutsches Lieblingswort. Es ist „bannig“ im Sinne von „sehr“. Augenzwinkernd und respektvoll hebe das Wort das Besondere hervor.

Das Premierenpublikum setzte den Begriff gleich in die Tat um. Es spendete bannig viel Applaus für das liebevolle Plädoyer fürs Plattdeutsche.

Lore Timme-Hänsel Redakteurin / Kulturredaktion
Rufen Sie mich an:
0441 9988 2065
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.