LIENEN - LIENEN - Zwei Tage Schau der Superlative mit einer wahren Völkerwanderung zum Messeplatz auf dem ehemaligen Kasernengelände in Lienen: das verlangt den Besuchern des „Schaufensters Elsfleth“ auch einiges an Geduld ab. „Das ist der Wahnsinn“, japst ein Gast, „überall Schlangen, überall muss man sich anstellen.“ Anstellen – das beginnt vor allem am Sonntagnachmittag bereits am Kassenhäuschen, wer mit viel List und Tücke einen Parkplatz ergattert hat, reiht sich geduldig in die Schlangen ein. Steht an am Glücksrad der Bäckerei Heeren, an den Imbissständen, am Startplatz zum Hubschrauberrundflug, an der Gewinnausgabe des Gewerbe- und Handelsvereins, und, und, und. . .
„Es ist für jeden, egal ob klein oder groß, etwas dabei.“ Dieses Kompliment wiederholen die Besucher an beiden Tagen immer wieder. Gelobt werden das Konzept und die Organisation, die Vielfalt und der neue Standort, die Ausführung, das gute Wetter (vielleicht diesmal kein Zufall) und besonders die gute Stimmung, die sich auf alle – Aussteller und Gäste – überträgt. Gelassene Stimmung, die wird den Reitpferden abverlangt, die etwas außerhalb zwischen den röhrenden Motoren der Quad-Flitzer und den non-stop-Starts des Hubschraubers ihre Runden drehen.
Information und Klönschnack ist in den Messezelten und an den Außenständen angesagt, Handel und Dienstleistungsbetriebe präsentieren ihre Schokoladenseiten mit praktischen Vorführungen, Proben und vielen Gewinnspielen. Am Stand des OOWV wandelt Rohrnetzmeister Georg Jüchter auf biblischen Spuren. Ihm gelingt, begleitet von flotten Sprüchen, die wundersame Verwandlung des guten OOWV-Wassers in noch besseren badischen Wein. Beim Elsflether Schifffahrtsforum hält man sich lieber an einem Bierchen fest und macht Werbung in eigener Sache. Der Bäckerei Heeren werden buchstäblich die offenen Türen eingerannt. Mit der Brot- und Kuchen- und Brötchentüte in der Hand geht der Rundgang weiter ins Bewirtungszelt zur großen Modenschau der kleinen Models. Nele, Anne-Kathrin und Jan machen ihre Sache professionell. Nicht ohne Grund, wie der Moderator scherzt: „Der Crash-Kursus bei Claudia Schiffer hat sich gelohnt.“ Auf „Crash-Kurs“ sind auch die Feuerwehr Elsfleth und die Jugendfeuerwehr mit ihrer
Vorführung eines Rettungseinsatzes mit Schere und Spreizer, beruhigend, dass sich gleich nebenan das DRK etabliert hat. Crash-Kurs vermeiden heißt es beim Schiffsmodellclub Nordenham, die Manöver der maßstabsgetreuen Schiffe und Boote stoßen bei groß und klein auf Interesse. Während die Kids bei den Mitarbeiterinnen des evangelischen Kindergartens mit Basteln und Schminken auf Trab gehalten werden, schmeckt zur Mittagszeit Deftiges: „Vier Spanferkel mussten dran glauben“, berichtet Kogge-Chef Rüdiger Quast, während er die letzten Schnipsel abräumt.
Bilanz: alle Aussteller haben an diesen beiden Tagen ebenfalls abgeräumt und ihre Stärken glänzend präsentiert. GHV-Vorsitzender Rolf Meyer am Sonntagnachmittag: „Was hier abläuft, übertrifft unseren kühnsten Erwartungen!“
