LINTEL - Die Dorfgemeinschaften aus Lintel, Hurrel, Altmoorhausen und Hemmelsberg setzen sich mit Nachdruck für den Erhalt der Kapelle in Lintel und damit des kirchlichen Angebots im Außenbereich ein. Die Bewohner der vier Ortschaften sind an diesem Dienstag, 1. Juni, zu einem Treffen eingeladen, das ab 20 Uhr in der Kirchenkapelle in Lintel stattfindet. Dabei sollen den Pastoren Unterschriftenlisten übergeben werden.
Aus Sicht der Sprecher der Dorfgemeinschaften zieht sich die Kirche mehr und mehr aus dem ländlichen Raum zurück und konzentriert Angebote auf den Kernort Hude.
Als Beispiel dafür wird der Konfirmandenunterricht genannt, der seit dem vorigen Jahr nicht mehr vor Ort, sondern in Hude stattfindet. Die Vertreter der Bauerschaften im Gemeindekirchenrat hatten sich vergeblich dafür stark gemacht, dass der Unterricht weiterhin im Linteler Gemeindehaus angeboten wird. Pastor Reiner Backenköhler verwies auf Nachfrage derNWZ
auf den Strukturwandel in der Landeskirche und darauf, dass die Kirchengemeinde personell stark unterbesetzt sei: „Wir können mit eineinhalb Pfarrstellen nicht 250 Konfirmanden an drei Orten betreuen.“Der Gesprächstermin zwischen Kirchenrat und Dorfgemeinschaften sei bereits vor einem halben Jahr vereinbart worden, so Backenköhler. In dieser Zeit sollte geklärt werden, ob und in welcher Weise Interesse an der Nutzung des Gemeindehauses besteht. „Wenn ein Gemeindehaus brummt, dann wird man es trotz knapper Kassen nicht schließen“, so der Pastor. Derzeit gebe es aber außerhalb von Gesprächskreis und Gottesdienst keine Veranstaltungen im Gemeindehaus.
Die Christen im Außenbereich seien „wahrscheinlich sehr viel mehr der Kirche verbunden, als die Pastoren glauben“, vermutet hingegen Bernhard Wolff (Dorfgemeinschaft Lintel). Insofern könne der Erhalt einer Kapelle nicht davon abhängig gemacht werden, dass die Dörfer – wie von den Pastoren Anfang November 2009 angeregt – über einen Förderverein Mittel einwerben, damit die wirtschaftliche Basis des Hauses in Lintel gesichert wird. „Alle wollen gerne nach ihren Möglichkeiten die Arbeit der Kirche ehrenamtlich unterstützen“, betont Wolff, jedoch bleibe es originäre Aufgabe der Kirche, auch Angebote in der Fläche vorzuhalten. Ihre Sorgen hätten die Dörfer in einem Schreiben bereits am 15. Juni 2009 Bischof Jan Janssen mitgeteilt, jedoch bis heute keine Antwort erhalten.
Als besondere Verantwortung der Kirche sieht Wolff es an, dass das Lebenswerk des im Dezember 2009 verstorbenen Linteler Kirchenältesten Gerold Janßen fortgeführt wird. Janßen hatte sich mit großem Engagement um das Gemeindehaus gekümmert.
