LINTEL - Viele Interessierte waren am Dienstagabend nicht ins Gemeindehaus Lintel gekommen, um an dem öffentlichen Gespräch zur Zukunft des Hauses teilzunehmen. Acht Personen, darunter einige vom Gemeindekirchenrat, konnten von Pastor Reiner Backenköhler und Regine Neelen (stellvertretende Vorsitzende des Gemeindekirchenrates) empfangen werden. Zur Einstimmung auf das Thema wurde das Kirchenlied „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“ angestimmt.

Seit Mai 2009 befasst sich der Kirchenrat mit der Zukunft des Gemeindehauses. Hintergrund ist, dass es in den vorigen Jahren immer weniger von den Gemeindemitgliedern genutzt wurde. Des Weiteren seien die Konfirmandenzahlen in den westlichen Bauerschaften rückläufig, während sie in Hude steigen. Das lege unter anderem an der Pfarrstellenreduzierung, durch die die Pastoren weniger Möglichkeiten hätten, das Gemeindehaus zu versorgen.

Das führte dazu, dass der Gemeindekirchenrat mit Lintelern Gespräche darüber geführt hat, wie das Gemeindehaus mit Leben gefüllt werden kann. „Wir sind einen langen Weg des Gespräches gegangen“, sagte Backenköhler. Es sei deutlich geworden, dass bei den Gemeindemitgliedern eine starke persönliche Bindung zum Haus bestehe. Die Gespräche hätten ergeben, dass die örtliche Identität erhalten bleiben und mit kirchlichem Leben gefüllt werden soll. So seien der Gesprächskreis, die Adventsfeier und die Sommerandacht wichtige Anlaufpunkte für die Mitglieder und sollen beibehalten werden.

Eine Überlegung sei auch gewesen, dass Vereine im Gemeindehaus Veranstaltungen durchführen. Das stieß allerdings auf Kritik. Bernhard Wolff von der Dorfgemeinschaft Lintel: „Die Vereine treffen sich in ihren eigenen Häusern. Es ist schwierig, sie ins Haus zu holen.“ Es würde somit darauf hinauslaufen, dass nur neue oder private Veranstaltungen stattfinden könnten. Der Bedarf neue in Gang zu bringen, sei bei den Lintelern laut Backenköhler jedoch nicht groß. Es wäre viel mehr wichtig, dass sie sich weiterhin an einem Ort treffen und zusammenbleiben. „Wir können uns vorstellen, das Dorfgemeinschaftshaus mit zu benutzen“, sagte Backenköhler. Auch hier zeigte sich Wolff skeptisch: „Das Gebäude gehört dem Zweckverband und dem OOWV. Es liegt uns am Herzen, dass es saniert wird. Das ist eine Grundlage, die geklärt werden muss.“ Laut Backenköhler habe es Gespräche mit dem OOWV gegeben, der sich aufgeschlossen zeigte. „Wie man das umsetzt und wie die Kirche sich finanziell einbringt, kann ich aber noch nicht sagen“, so der Pastor. „Wir werden weiterhin einen transparenten Weg gehen, egal wohin er führt. Wir machen das für die Menschen vor Ort.“ Es gebe weiterhin die Möglichkeit, Vorschläge zu machen. Der Gemeindekirchenrat hofft, dass eine Entscheidung noch in dieser Amtsperiode getroffen werden kann.

Tanja Mikulski
Tanja Mikulski Redaktion Münsterland