LINTEL - Am 4. Mai kommen die Jugendlichen erneut zusammen. Dann zeigt sich, wer weiterhin mitmachen möchte.
von Anja rohde
LINTEL - Sie sitzen im Halbkreis auf der Wiese. Vor ihnen hockt Mazze im Schneidersitz: „Welche Musik hört ihr gerne?“, fragt der Sänger der Band „United Four“ die zwölf Jungen im Alter von acht bis 15 Jahren. Sie waren aus Lintel, Hurrel, Kirchkimmen und Altmoorhausen zur Schützenhalle nach Lintel gekommen, um bei der Gründung der Boygroup des Männergesangverein (MGV) Harmonie Lintel mit dabei zu sein.Die Idee zur Boygroup kam von Bernhard Wolff vom MGV, denn wie so viele Vereine plagen auch diesen Nachwuchssorgen. Mit einem modernen, peppigen Repertoire sollen die Nachwuchssänger die Vereinsgeschichte nun fortsetzen. Dabei soll die neu gegründete Gruppe in gewisser Weise eigenständig sein. Es sollen aber auch Schnittpunkte mit dem Männergesangverein geschaffen werden, so dass gemeinsame Auftritte möglich sind, erläutert Wolff. Doch wie kam es zur Zusammenarbeit mit Mazze, der mit seiner Band zu den Lokalmatadoren der hiesigen Musikszene zählt? „Jemand mit Erfahrung und Charakterstärke sollte die Gruppe leiten; jemand, der auch schon Eigenes auf die Beine gestellt hat“, erläutert Wolff. Und diese Eigenschaften verkörpere der Bandleader und Produzent Mazze, so Wolff. „Ich habe ihn einfach so angemailt und gefragt, ob er Lust an diesem Projekt hätte“, berichtet der Initiator der Boygroup weiter. „Er hat gleich den Richtigen gefragt“, bestätigt Mazze. Der Bandleader ist erstaunt über
die gute Resonanz auf dieses erste Treffen. Er habe mit höchstens vier interessierten Jugendlichen gerechnet, denn „Singen ist für die meisten Jungen in dem Alter ein Wort, das sie nicht hören wollen“, sagt der 35-jährige Musiker aus Wüsting. Mazze, der selbst Vater eines Sohnes ist, ist sich sicher, dass er nicht nur in Sachen Musik, sondern auch im Umgang mit den jungen Männern den richtigen Ton trifft. Und er hat viel vor: „Ich will mit den Jungs auftreten, so richtig mit einstudiertem Tanz, und ins Studio und Aufnahmen machen“, sagt er. Auch gegen einen kommerziellen Erfolg hätte er nichts einzuwenden. Boygroups wären schließlich immer gefragt, und gerade in dieser Altersgruppe gäbe es nicht viele, lässt der Sänger der Fantasie ihren Lauf. Nicht singen zu können, sei übrigens kein k.o.-Kriterium. Rappen oder die so genannte Beatbox, das Imitieren von Bässen mit der Stimme, seien Alternativen.
„Ich glaube, das kann was werden – cool aussehen tut ihr schon“, entlässt Mazze die Nachwuchssänger. Wer von ihnen bei den ersten Proben am kommenden Donnerstag, 4. Mai, um 15 Uhr wieder mit dabei sein wird, wird sich zeigen. Auch weitere Interessenten sind willkommen.
