Die 50 Freunde der plattdeutschen Sprache wurden nicht enttäuscht, obwohl die Akustik in der Kirche auf so manchem Platz die Lesung nahezu unverständlich ankommen ließ. Bothur las aus dem in Quickborn erschienen Lornsen-Buch von „Een Stremel Weltgeschicht“ mit soviel Hingabe, das jede Gestik und jedes Wort – soweit möglich – sofort aufgenommen wurde. In wechselndem Tempo „galoppierte“ der Schauspieler über die Zeilen, um dann wiederum mit erhobenem Finger und innehaltender Stimme in der gebotenen Haltung zu mahnen. Denn das Thema der Geschichte des Religionsstifters ist zeitlos.
Lornsen erzählt in Versen vom kurzen, intensiven Leben Jesu von Nazareth. Dabei geht es lebendig, bilderreich zu, gelegentlich mit humorig-kritischen Parallelen zum Heute. Musikalisch ergänzte das Quartet „Viertakter“ den Abend mit Kirchenliedern, für den Heinrich Siefer (KAS) eigens die Texte in die plattdeutsche Mundart gebracht hatte. Pfarrer Marc Röbel (KAS) sagte in seiner Begrüßung, dass das Leben Jesu – von der Krippe bis zum Kreuz – auf Plattdeutsch nicht nur zur und in die Region, sondern auch nach Stapelfeld und in die Fastenzeit passe.
