LITTEL - Keine Butter mehr im Kühlschrank, und es ist schon spät abends? In Littel heißt die Antwort auf Alltagsprobleme dieser Art „Dahms“. Bei Wilma, die sich seit 1962 um den Kaufmannsladen und die Gastwirtschaft kümmert, stoßen die Kunden aus Littel und Charlottendorf immer auf offene Ohren. „Ich mag niemanden wegschicken, wenn ich helfen kann“, sagt die 78-Jährige, und es klingt so einfach.
Ihr Leben spielt sich seit 1952 bis auf wenige Ausnahmen im Kreis von Kneipe und Kaufmannsladen ab. Zweimal war sie bislang seit den 50er Jahren im Urlaub – mehr Pausen gönnte sie sich nicht. „Meine Mutter hat ein unheimliches Pflichtbewusstsein“, versucht Tochter Susanne Kleimann eine Erklärung. Starke Frauen haben in der Familie Tradition: Bereits Urgroßmutter Catharine und Großmutter Frieda sorgten dafür, dass „Dahms“ in Littel und darüber hinaus eine Institution wurde.
Vor 100 Jahren kaufte Kleimanns Urgroßvater Johann Hinrich das Gebäude und legte den Grundstock der Geschichte. Aus Anlass des Jubiläums und als großes Dankeschön lädt Wilma Dahms am Sonntag, 9. November, 11 Uhr, ihre treuen Kunden, Gäste, Nachbarn, ehemalige und aktive Mitarbeiter, Firmenvertreter, Vereinsabordnungen und ihre Familie zu einem gemütlichen Beisammensein in den Saal der Gastwirtschaft ein. „Ohne sie wäre die Geschichte der Gaststätte und des Ladens nicht möglich gewesen“, weiß Dahms. Auf die Frage, wie es in Zukunft weitergehen soll, zuckt sie mit den Schultern. „Solange es meine Gesundheit zulässt, mache ich weiter, aber dann...“ Es dürfte schwer sein, eine Nachfolge für das Traditionsgeschäft zu finden.
