Oldenburg - Wer sich auf Neues einlässt, sollte Zeit haben. Diese Erfahrung machten die Besucher beim Eröffnungsabend der Türkei-Begegnungen im Staatstheater. Statt der angekündigten zwei Stunden erstreckte sich das Programm über drei Stunden. Die gelichteten Reihen nach der Pause waren wohl ein Zeichen, dass manche Berufstätige an einem Werktag nicht ganz so viel Zeit aufwenden wollten.

Das Interesse im Vorfeld der hochkarätigen Veranstaltung indes war groß. Im Kleinen Haus, Tage zuvor ausverkauft, drängten sich neben Repräsentanten türkischer Einrichtungen und der Stadt Bursa Vertreter der Politik, Mitarbeiter der Stadtverwaltung und Kulturinteressierte.

Dass nicht wenige Besucher den Abend als interessant, aber etwas langatmig empfanden, lag auch an der Moderation von Cem-Ali Gültekin. Der Schauspieler (Tatort, Extra 3) agierte professionell, hätte aber die eine oder andere Länge – zum Beispiel im Gespräch mit dem Model Sifa Cakarer oder beim Politiker-Talk – vermeiden können.

Die Musik- und Tanzdarbietungen kamen allesamt hervorragend an. Tänzer Ziya Azazi, der den traditionellen Derwisch-Tanz zeitgemäß interpretiert, war Start- und Höhepunkt zugleich. Körpersprache, Feuer und Musik bildeten ein spektakuläres Gesamtkunstwerk. Gut, dass die Stadt so lange verhandelte, bis auch die Feuerwehr ihre Zustimmung geben konnte.

Christoph Kiefer
Christoph Kiefer Reportage-Redaktion (Chefreporter)