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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Etwas verschmitzt den Bart kraulen

17.09.2018

Löningen /Bremen Johann Sebastian Bach! Wer sonst? Derart verblüffend beantwortete einmal der angesehene Petersburger Dirigent Yiri Temirkanow (79) eine Frage nach dem größten russischen Komponisten. Musikalische Größe reicht eben über alle Grenzen hinweg – bei Bach auch über konfessionelle. Wer sonst hätte als bekennender Protestant eine katholische Messe schreiben können, die auch Nicht-Christen und Ungläubige im Innersten aufrütteln kann?

Am ersten der beiden Schlusskonzerte des 29. Musikfestes Bremen erleben die gebannten Hörer in der weiten Halle der St. Vitus-Kirche in Löningen im Kreis Cloppenburg Bachs große Messe in h-Moll BWV 232 von 1748. In Bremen, im St. Petri-Dom, krault dann tags darauf Gioacchino Rossini dem lieben Gott verschmitzt den Bart mit seiner kleinen Messe von 1864/67, der „Petite Messe solennelle“.

Das nicht ungeniale Werk des Italieners erreicht zwar nicht Bach’sche Größe. Doch die Aufführung ist ungewöhnlich. Rossini ließ seinen Preisgesang erst nur von zwei Klavieren und einem Harmonium begleiten. In Bremen erklingt, stark bejubelt, mit Europa galante unter Fabian Biondis Leitung seine wenig bekannte eigene Orchester-Fassung.

In Löningen geht der musikalische Leiter Lionel Meunier Bachs Monolith mit einem überschaubaren Apparat an. Aus 15 Sängerinnen und Sängern besteht das Ensemble „Vox Luminis”. Das sind belgische Meistersinger. Meunier reiht sich bei den drei Bässen ein. Von dort aus über zwei Stunden diesen Chor und die dazu gehörenden glänzenden 25 Instrumentalisten auf Kurs zu halten, ist ein eigenes Kunststück.

Ohne Kraftmeierei wird geschmeidig, manchmal resolut, manchmal demütig, aber stets rhetorisch sinnfällig musiziert. Nicht einmal die Fagotte knurpseln schwerfällig; das Horn kraxelt im tückischen „Quoniam“ beschwingt. Der Chor wird selten massiv, auch nicht, wenn das „Et resurrexit” wie gleißendes Licht hereinbricht. Und das mit seinen Windungen herausfordernde „Et in terra pax“ wird zum Bravourstück.

Ein gegenseitiges logisches Vor- und Zurücktreten der fünf Stimmen-Gruppen scheint ein Markenzeichen der „Stimmen des Lichts” zu sein. Derart klar gegliedert ist diese Messe wohl selten zu erleben. Alle Solopartien werden wechselweise mit den unangestrengt natürlichen Stimmen der Choristen besetzt. Den innigen Höhepunkt setzt in dieser Schlichtheit der Altus im „Agnus dei”.

Nach drei Musikfest-Wochen mit 38 Veranstaltungen fehlen die offiziellen Zahlen noch. Doch ein Trend bereitet Intendant Thomas Albert schon Freude: „Wir hatten auffällig mehr überregionale Besucher, auch bei den Gastspielen im Umland.”

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