Herr Kruse, sind Sie Fleischer oder warum bringen Sie eine Bratwurst heraus?

Kruse(Lacht) Ich bin doch kein Fleischer! Ich bin alles andere, aber kein Fleischer! Aber die Idee ist ja nicht neu. Bratwurst gibt es schon ewig und auch Bratwurst in Scheiben. Neu ist die moderne Marke „Brad Brat“ dahinter, die anders ist als alles, was es auf dem Markt gibt.

Wie war es, zum zweiten Mal in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ zu sein?

KruseBei der Show ist nichts abgesprochen. Man geht da rein und weiß nicht, was passiert. Ich war genau so aufgeregt wie beim ersten Mal. Ich bin rein und nach 30 Sekunden wusste ich: Die mögen mich. Ich habe ein cooles Produkt und wusste: Da kann nichts schiefgehen.

Aber den Zuschlag gab es ja trotzdem nicht.

KruseZuschlag gab’s nicht, weil die Marge für die Jury zu gering war, das stimmt. Aber ich finde: Dieses Gewinn-Ding, dieses „Wer verdient am meisten an seinem Produkt“ ist Mist. Wenn mein Produkt funktioniert, dann kommt das Geld von ganz alleine. Werde ich es nicht los, bringt mir auch eine große Marge nichts.

Also an Aufgeben ist nicht zu denken?

KruseAch, aufgeben. Ich habe noch nie aufgegeben.

Brad Brat: Sind das jetzt Burger oder Würstchen?

KruseMan kann das essen, wie man möchte. Ich sag, das ist ein Burger. Aber auch eine Bratwurst. Wie man möchte.

Hat der Name „Brad Brat“ einen besonderen Hintergrund?

KruseDie Frage war: Wie soll ich meine Marke nennen? Irgendwas mit Bratwurst, so viel war klar. Bratwurst... Brat... ich mag halt Namen wie Lucky Luke oder Max Mutzke und so kam es halt zu Brad Brat.

Im Internet wird Brad Brat als „Wurst für Hipster“ gehandelt. Ist das die Zielgruppe?

KruseWird es das? Das mit der Zielgruppe kam in der Show nicht so rüber. Zielgruppe sind 20- bis 35 Jährige und hübsche Mädels bis 65. (lacht). Die Zielgruppe ist einfach jeder, der Bratwurst mag, und jeder, der das Besondere mag. Mit dem Style der Marke möchte ich aber natürlich gerade die ansprechen, die sich von anderen abheben wollen.

Wie ist die Resonanz nach der Show gestern Abend?

KruseIch häng seid acht Uhr nur am Telefon. Da war alles dabei: Von Glückwünschen über neue Listungen im Sortiment bis hin zu Investoren und Leuten, die meine Marke kaufen wollen. Wirklich alles. Sogar neue Geschäftsideen habe ich vorgeschlagen bekommen.

Wo bekommt man die XXL-Wurst eigentlich?

KruseIm Nordwesten schon an ziemlich vielen Orten: Famila, Combi, Rewe und Edeka zum Beispiel. Ist schon echt ’ne starke Nummer.

Brad Brat gibt es in den Geschmacksrichtungen Chili, Tomate-Mozzarella und Olive-Feta. Was ist eigentlich Ihre Lieblingssorte?

KruseDas ist alles genau mein Geschmack. Das gibt es ja auch schon lange und deswegen habe ich die Geschmacksrichtungen genommen, die ich selber gerne esse.

Wer hat eigentlich getestet, Freunde und Familie?

KruseBei mir im Umfeld müssen immer alle dran glauben und testen (lacht). Aber auch auf Messen bekomme ich fast nur positive Rückmeldungen. Aber gerade Familie und Freunde sind da schon einiges gewohnt.

War das denn jetzt die letzte Geschäftsidee oder kommt da noch mehr?

KruseWenn man was Neues macht, dann muss es ja besser sein als das Vorherige. Und das ist das Problem: Brad Brat – Wie soll man das toppen? Aber ich sag mal: Man soll niemals nie sagen. Vielleicht ist das auch genau der Ehrgeiz, immer mal was Neues, anderes zu machen.