Bockhorn - Viel gearbeitet hat Fritz Quathamer in seinem Leben, als Landwirt, in der Schuhfabrik Höfers in Varel, als Drechsler bei Johann Kunst in Neuenburg, als Fahrer beim Tischlereibedarf Bolling in Zetel, bei Melitta, als Kraftfahrer beim Autobahnbau, allein 25 Jahre als Vorarbeiter im Munitionsdepot Fuhrenkamp. 80 Jahre wird er heute. Neben der Familie schätzt Fritz Quathamer in seiner Freizeit als Ausgleich vor allem zwei Dinge: Skat und Kaninchenzucht.

Skat hat er immer gespielt, früher mit seinem Freund Erich Brokmann („Wir hatten das gleiche Motorrad, eine NSU-Fox-Viertakter, das hat uns zusammengebracht“), später mit Manfred Knötig und jetzt im Skatclub Osterforde.

Und Kaninchen hat Quathamer schon als Kind versorgt: „Die wurden von der Straße gefüttert, da mussten wir Löwenzahn und Gras pflücken.“ Das waren dann Braten für die Küche.

Als er Jahre später im Munitionsdepot arbeitete („Ich war kein Soldat gewesen, bis dahin kannte ich nur Luftgewehrkugeln“), wollte er sich ein richtiges Hobby zulegen. In der Zeitung las er 1967 eine Einladung vom Kaninchenzuchtverein I 111 Bockhorn. Quathamer ging hin und wurde von Jochen und Harald Martens bestens aufgenommen. Schnell übernahm er Verantwortung im Kaninchenzuchtverein, als Kassierer, Ausstellungsleiter, Zuchtwerbewart und allein 18 Jahre als Vorsitzender. Das ist er heute noch.

Die Ausstellungen „sind meine große Leidenschaft“, sagt Fritz Quathamer. Da fährt er schon mal den weiten Weg nach Mecklenburg, um seine Tiere zu präsentieren. Gemeinsam mit Freunden und mit seiner Ehefrau Waltraut, denn auch die züchtet Kaninchen. Fritz hat sich für die Rasse „Loh Havanna“, Waltraut für „Loh Blau“ entschieden. Früher tummelten sich bis zu 100 Tiere im Quathamer-Stall, jetzt sind es um die 40 putzmuntere Kaninchen.

Schon stehen die Transportkisten für die nächste Ausstellung bereit, Quathamer freut sich vor allem auf die Bundesrammlerschau am 2. und 3. Februar in Oldenburg. Doch er beobachtet die Entwicklung in der Kaninchenzucht mit Sorge: „Die Vereine haben immer weniger Mitglieder, die Jugend fehlt.“ Quathamer wird sich aber so schnell nicht entmutigen lassen: „2015 feiern wir das 50-jährige Bestehen von I 111 Bockhorn. Das schaffen wir sicher.“

Zurzeit allerdings ist Fritz Quathamer auf einem anderen Gebiet vielbeschäftigt. Als Weihnachtsmann wird er stark nachgefragt, so von der Dorfgemeinschaft oder vom kommunalen Kindergarten in Grabstede. Sein Lebensmotto: „Immer was unternehmen. Aus dem Fenster gucken können wir noch lange genug.“