LONDON - Mit trockenen Martinis kennt sich dieser Mann bekanntlich bestens aus. Dazu passt sein ebenso trockener Humor. Als Schauspieler Roger Moore gefragt wurde, was sich seit der Einpflanzung des Herzschrittmachers in seinem Leben verändert hat, sagte er nur: „Ich gebe inzwischen mehr Geld für Batterien aus.“
Er kann es sich leisten. Lange Zeit war Moore, der am Sonntag 80 Jahre alt wird, der bestbezahlte Schauspieler Großbritanniens. Am Donnerstag ist er für seine Filmkarriere mit einem Stern auf dem „Hollywood Walk of Fame“ geehrt worden.
Seit Jahren ist der im einfachen Londoner Viertel Stockwell als Sohn einer Hausfrau und eines Polizisten aufgewachsene Moore Sonderbotschafter des Kinderhilfswerkes Unicef. Dafür hat ihn die Queen, in deren geheimen Diensten er als James Bond so oft auf der Leinwand stand, zum Ritter geschlagen.
1973 drehte Moore im Alter von 46 Jahren mit „Leben und sterben lassen“ seinen ersten und 1985 mit „Im Angesicht des Todes“ seinen letzten 007-Streifen.
Lange stand der Nachfolger von Sean Connery in dem Ruf, keine Affäre, keine Balgerei und keinen Drink auszulassen. Selbst seine als standfest geltenden Kollegen Richard Harris und Richard Burton soll Moore unter den Tisch getrunken haben – und trotzdem am nächsten Morgen pünktlich und gut gelaunt am Set erschienen sein.
Inzwischen nennt Moore, der länger als jeder andere James Bond verkörperte, bei der Frage nach seinen Leidenschaften „schwarze Schokolade und Kaffee-Eis“. Dieses Vergnügen gönne er sich aber nur selten, öfter hingegen mal ein Gläschen Champag-ner mit der vierten Ehefrau. Moore ist seit 2002 mit der Schwedin Christina Tholstrup (69) verheiratet. Mit ihr lebt er abwechselnd in Monte Carlo und im schweizerischen Gstaad.
Einen Herzschrittmacher bekam er 2003 nach einem Kollaps bei einer Theateraufführung in New York. „Ich bin damit ja in guter Gesellschaft“, sagte er. Bei einem Lunch mit Popstar Elton John an der Côte d’Azur „haben wir unsere Hemden aufgerissen, um unsere Narben zu vergleichen – seine hat natürlich einen Platinreißverschluss von Cartier“.
